Weihnachtsgeld vom Chef

Pflicht oder Kür?

Im November ist für viele die Zeit des Weihnachtsgeldes. Aber hat jeder einen Anspruch darauf?

Weihnachtsgeld vom Chef

Rechtsfrage des Tages:

Die Weihnachtszeit naht mit großen Schritten. Und viele Arbeitnehmer können sich über einen Zu-schuss in Form von Weihnachtsgeld freuen. Wer hat denn Anspruch auf die Sonderzahlung?

Antwort:

Ist das Weihnachtsgeld Bestandteil Ihres Arbeitsvertrags, gibt es keine Diskussion. Meist im No-vember können Sie sich über einen zusätzlichen Geldsegen freuen. Aber Vorsicht! Finden Sie im Vertrag einen sorgfältig formulierten Widerrufsvorbehalt, kann Ihr Arbeitgeber die Zahlung in die-sem Jahr aussetzen.
Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld oder auch ein 13. Gehalt kann sich auch aus einem für Sie gel-tenden Tarifvertrag ergeben. Aber auch ohne solche vertraglichen Regelungen haben Sie eine Chan-ce. Hat Ihr Arbeitgeber nämlich mindestens drei Jahre lang vorbehaltlos ein Weihnachtsgeld ausgezahlt, ist dies zur betrieblichen Übung geworden. Daran ist Ihr Chef gebunden. Etwas an-deres gilt nur, wenn er die Zahlung ausdrücklich als freiwillige Leistung deklariert hat.
Ist Ihr Weihnachtsgeld im Rahmen der betrieblichen Übung in den letzten Jahren unterschiedlich hoch ausgefallen, kann der Arbeitgeber auch in diesem Jahr einen anderen Betrag auszahlen. Aller-dings muss er für die Bemessung des Weihnachtsgeldes sachliche und nachvollziehbare Gründe heranziehen. Eine willkürliche Kürzung ist nicht zulässig und kann zudem gegen den Gleichbe-handlungsgrundsatz verstoßen.

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