Alleinerziehend und erschöpft: Stress im Leben alleinerziehender Eltern

Single-Eltern haben den größten Stress

In Deutschland gibt es rund 8,2 Mio. Familien mit minderjährigen Kindern. Etwa 20 % der Eltern in diesen Familien sind alleinerziehend. Neben dem Job müssen sie auch die Kinderbetreuung und den Haushalt allein bewältigen. Daher besteht bei Alleinerziehenden ein erhöhtes Stresspotenzial. Der chronische Stress äußert sich körperlich und psychisch und belastet Eltern sehr. Dabei gibt es Beratungsangebote, die Sie als alleinerziehendes Elternteil unterstützen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, dass

  • Alleinerziehende zu den am meisten gestressten Personengruppen gehören.
  • sich Stress der alleinerziehenden Eltern auch in Verhaltensauffälligkeiten der Kinder bemerkbar machen kann.
  • örtliche Erziehungs- und Familienberatungsstellen Ihnen helfen, Sorgen und Probleme zu bewältigen.

Tägliche Verpflichtungen im Leben Alleinerziehender lösen Stress aus

Neben Studierenden und Arbeitslosen leiden besonders alleinerziehende Mütter und Väter unter zu hohem Stress. Das ergab die Stress-Studie der DAK im Jahr 2014. Dabei empfinden sie oft sogar höhere Belastungen als leitende Angestellte oder Beamte.

Der Grund dafür ist einfach: Alleinerziehende tragen eine große Verantwortung für die Familie. So müssen sie alles allein stemmen: den Beruf, die Kinderbetreuung und die Organisation des Alltags. Dabei stehen sie unter ständigem Zeitdruck und haben keinen Partner, der ihnen einen Teil der Belastung abnehmen kann. Zudem entsteht finanzieller Druck. Denn Alleinerziehende müssen eigenständig für das Einkommen sorgen und somit die Existenz sichern. Dazu kommt: Für ihre Anstrengungen erhalten sie meist nur wenig Anerkennung.

Da die Mutter oder der Vater die einzige Bezugsperson für das Kind ist, können sich Alleinerziehende häufig keine Auszeit nehmen: Sie sorgen rund um die Uhr für das Wohl des Kindes. Trotz allem entstehen bei den Eltern oft Schuldgefühle, ihr Kind durch den Beruf und andere Termine zu vernachlässigen.

Auch das soziale Leben leidet. Alleinerziehende haben nur wenig Zeit für eigene Interessen und Freunde. Deshalb fühlen sie sich oft sozial isoliert. Eine alleinerziehende Mutter oder ein alleinerziehender Vater kann durch die täglichen Belastungen und die fehlende Unterstützung schnell überfordert sein. Dazu kommen meist Gefühle von Angst oder Verzweiflung. All das führt zu einem hohen Stresslevel bei Alleinerziehenden und belastet sie stark.

Stresssymptome bei alleinerziehenden Eltern und ihren Kindern

Ohne ausreichende Entspannung zwischendurch führen die täglichen Herausforderungen zu chronischem Stress. Dieser bringt viele gesundheitliche Risiken mit sich. So sind Alleinerziehende häufiger krank als Eltern, die in einer Partnerschaft leben. Dabei können folgende Stressbeschwerden auftreten:

  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Schlafstörungen
  • Depressionen

Sind alleinerziehende Eltern überlastet, sind sie zunächst erschöpft. Dieser Erschöpfungszustand kann sich bis zum Burn-out entwickeln. Sogar die Kinder spüren, wenn ihre Eltern den Belastungen nicht mehr gewachsen sind. Auch sie können unter dem Stress ihrer Mutter oder ihres Vaters leiden. Im schlimmsten Fall reagieren sie mit Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität, Bettnässen oder sozialem Rückzug. Häufig leiden sie auch an Atemwegserkrankungen.

So finden Alleinerziehende Entlastung

Die Bewältigung des Alltags in einem Haushalt mit nur einem Elternteil kostet Alleinerziehende meist viel Kraft und Nerven. Daher ist es wichtig, dass Sie sich zwischendurch immer wieder kurze Pausen gönnen. Wenden Sie z. B. Entspannungstechniken an, um sich in Stresssituationen zu beruhigen. Das kann den Stress zumindest für einen Moment reduzieren. Ruhen Sie sich aus und tanken Sie Energie für die nächste Herausforderung.

Insgesamt sollte Ihr Lebensstil auf gesunde Ernährung und viel Bewegung ausgerichtet sein. Auch wenn es schwierig klingt: Gönnen Sie sich genug Schlaf. Dafür sollten Sie regelmäßig früh ins Bett gehen, an manchen Tagen z. B. zur gleichen Zeit wie Ihr Kind. Dadurch halten Sie Ihren Körper fit und sind belastungsfähiger.

Erschöpfte Frau stützt Rücken

Die Organisation der Kinderbetreuung ist oft ein enormer Stressfaktor. Unflexible Öffnungszeiten der Kindertagesstätten oder fehlende Betreuungspersonen machen Alleinerziehenden große Sorgen. Um diese Belastung zu verringern, sollten Sie sich ein soziales Netzwerk aus anderen Müttern und Vätern aufbauen. So können Sie Ihr Kind gelegentlich von befreundeten Eltern betreuen lassen. Im Gegenzug passen Sie dann hin und wieder auf deren Kinder auf. Ein positiver Nebeneffekt: Gleichzeitig pflegen Sie soziale Kontakte und fühlen sich gesellschaftlich stärker eingebunden.

Seien Sie außerdem nicht zu streng mit sich selbst und stellen Sie keine zu hohen Anforderungen an sich. Machen Sie sich bewusst, dass nicht alles perfekt sein muss: Es ist absolut in Ordnung, wenn beispielsweise im Haushalt nicht alles vollständig erledigt ist. Schreiben Sie stattdessen alle guten Taten des Tages auf, um sich Ihre Erfolgserlebnisse vor Augen zu führen.

Eine weitere Möglichkeit, Abstand vom Alltagsstress zu bekommen: eine Mutter- bzw. Vater-Kind-Kur. Diese bietet sich besonders für erschöpfte oder von Burn-out betroffene Mütter und Väter an. Während der Kur können Sie zur Ruhe kommen und die Sorgen des Berufs- und Alltagslebens vergessen.

Beratungsstellen für Alleinerziehende

Verschiedene Verbände, Stiftungen und Beratungsstellen bieten Unterstützung für Alleinerziehende an. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e. V. (www.vamv.de) berät Sie und gibt Ihnen Tipps zur Kinderbetreuung, der Sicherung der Existenz als alleinerziehende Eltern usw. Auch auf der Website des Bundesfamilienministeriums (www.familien-wegweiser.de) finden Sie Hinweise zu den rechtlichen und finanziellen Ansprüchen, die Sie als alleinerziehende Mutter oder alleinerziehender Vater haben.

Weitere Hilfe bieten die örtlichen Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Dort können Sie sich in allgemeinen Fragen der Erziehung beraten lassen. Außerdem erhalten Sie Unterstützung bei der Entwicklung einer guten Eltern-Kind-Beziehung. Haben Sie dabei keine Angst, Ihre Probleme offen anzusprechen: Die Beratung dient dem Wohl Ihrer gesamten Familie. Wegen der Kinderbetreuung können Sie außerdem die zuständigen Familien- und Jugendämter um Rat fragen. Oder Sie besuchen regionale Treffen für Alleinerziehende. Dort können Sie mit anderen Müttern und Vätern Erfahrungen austauschen.

Unterstützung bekommen Sie als alleinerziehendes Elternteil auch bei der Nummer gegen Kummer e. V. Das ist eine telefonische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Unter 0800 / 111 0 550 bekommen Sie Hilfe bei Problemen sowie Tipps für weitere Anlaufstellen.

Fazit:

Durch die Organisation des Familien- und Berufslebens sind Alleinerziehende besonders großen Belastungen ausgesetzt. Finanzielle Sorgen und die vielen familiären Aufgaben können bei alleinerziehenden Eltern enormen Stress auslösen. Die Folge ist oft Erschöpfung, bis hin zu Verzweiflung. Der chronische Stress macht sich häufig in körperlichen Reaktionen wie Rückenschmerzen oder Schlafstörungen bemerkbar.

Auch die Kinder gestresster Eltern leiden häufig unter der Dauerbelastung ihrer Mutter oder ihres Vaters. Versuchen Sie daher, im Alltag kurze Pausen einzuplanen und sich zu entspannen. Manchmal kann auch eine Kur sinnvoll sein. Bei Sorgen und Problemen bieten örtliche Familienberatungsstellen und Verbände Hilfe für Alleinerziehende an.

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