Durch das Eintauchen in virtuelle Realitäten erleben wir eine neue Art der Wahrnehmung. Kann das unsere Gesundheit beeinflussen?

Seit 2007 das iPhone vorgestellt wurde, haben wir uns daran gewöhnt, immer auf mehrere Displays zu starren. Zu Hause auf den Fernseher, im Büro auf den Computerbildschirm, auf dem Sofa, im Bett und unterwegs auf Tablet, Smartphone & Co. Wir erleben die Welt real und mit ihrem digitalen Abbild, das durch zusätzliche Informationen angereichert wird. Dies verschafft uns im digitalen Raum eine „erweiterte Realität“.

Und nun tritt eine Technologie an, die noch weitergehen will und uns in völlig künstliche Welten mitnehmen möchte. Die Virtuelle Realität, kurz VR, schafft eine neue Art der digitalen Wahrnehmung. Die Nutzer sind mit 3D-Brillen und Kopfhörern in der Lage, in täuschend echte Simulationen einzutauchen.

Virtuelle Realität schafft eine neue Art der digitalen Wahrnehmung

Wirtschaftlich hohe Erwartungen

Experten schätzen, dass 2020 allein in Deutschland der Umsatz mit VR-Hard- und Software eine Milliarde Euro erreichen wird und mancher hofft, dass die Nutzung von VR so alltäglich werden wird, wie im Internet zu googeln. In Deutschland sollen aktuell allerdings lediglich 2,5 Prozent der Menschen eine VR-Brille besitzen. Bis zum Massenmarkt ist es also noch ein weiter Weg. Es fehlt bisher noch an guten und günstigen Inhalten, die die Nutzung einer VR-Brille erst attraktiv machen.

An Einsatzgebieten mangelt es VR nicht. Die Spielebranche ist ganz vorne mit dabei, einzigartige Erlebnisse für Gamer zu schaffen. Immobilienmakler oder Architekten können virtuelle Rundgänge durch die Objekte anbieten. Bauzeichner können ganze Häuser virtuell planen und gemeinsam mit dem Kunden durch die virtuellen Räume gehen und Details besprechen.

Die Spielebranche schafft mit Virtueller Realität einzigartige Erlebnisse für Gamer

Grenzenlose Einsatzmöglichkeiten für Virtuelle Realität

Chirurgen können den zu operierenden Bereich virtuell begehen und so die Operation wesentlich genauer vorbereiten. Aber auch Patienten können VR nutzen. Heute wird die Technologie bereits in der Meditation, bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen, Angststörungen oder zur Schmerztherapie eingesetzt.

Die Reisebranche entdeckte VR ebenfalls früh. Schon einmal vor der Buchung einen kleinen Rundgang auf dem Kreuzfahrtschiff machen oder das Wunsch-Hotel vorab besichtigen? Wie wäre eine virtuelle Besichtigung von Sehenswürdigkeiten oder ein virtueller Besuch in einem Museum? Alle diese Lösungen gibt es bereits.

Filmemacher und Journalisten beginnen, 360°-Aufnahmen zu nutzen, um dem Betrachter das Umschauen im Raum zu ermöglichen. Eine Szene kann so noch viel intensiver und umfassender erlebt werden als beim Betrachten auf einem flachen Display, aus der einen, vom Regisseur vorgegebenen Perspektive.

Auch der Handel und die Werbebranche experimentieren mit VR. So bietet zum Beispiel das Möbelhaus Ikea an, die eigene Küche in einem virtuellen Raum zu planen und auszuprobieren. Dabei kann man die Küche sowohl als Erwachsener testen, aber auch in die Rolle eines Kindes schlüpfen und überprüfen, ob die Küche kindersicher genug konzipiert wurde.

Rundgänge, Besichtigungen, ganze Filme mit einer VR-Brille anschauen. Nehmen wir daran womöglich Schaden? Wie werden unsere Körper und insbesondere unsere Augen von VR beeinflusst?

Gesundheitliche Schäde durch virtuelle Realität

Wie immer bei jungen Technologien, liegen auch bei der Nutzung von VR noch keine Langzeitbeobachtungen oder -studien vor. Bekannt ist, dass es bei manchen Menschen zu vorübergehender Übelkeit kommt, „VR-Legs“ (VR-Beine) genannt. Die Hersteller von VR-Brillen arbeiten bereits daran, diesen Effekt zu eliminieren.

Manche Nutzer haben Bedenken, was ihre Augen angeht. Sitzt doch das Display der VR-Brille sehr dicht vor den Augen. Darüber hinaus befindet sich vor dem Display noch eine Sammellinse, die den Eindruck vermitteln soll, dass der Bildschirm weiter weg ist als es scheint. Sie trickst Augen und Gehirn aus.

Tipp: Wer schielt oder keine stabile Augenstellung hat, sollte Virtual Reality-Brillen nicht zu intensiv nutzen.
Tipp: Wer schielt oder keine stabile Augenstellung hat, sollte Virtual Reality-Brillen nicht zu intensiv nutzen.

 

Bei der Nutzung einer VR-Brille müssen die Augen nicht mehr akkommodieren, denn alle Objekte befinden sich ja in derselben Entfernung auf dem Display. Jedoch muss eine starke Konvergenz erfolgen, manchmal schielen wir fast, um die auf zwei Displays unterschiedlich dargestellten Bilder des 3D-Effekts gut sehen zu können. Dies kann dazu führen, dass man nach einer VR-Sitzung eine Weile unscharf oder doppelt sieht. Langfristige Folgen sind noch nicht erforscht, doch raten Augenärzte solchen Menschen, die schielen oder keine stabile Augenstellung haben, und Kindern unter zehn Jahren von einer allzu intensiven VR-Nutzung ab.

Beim Sehen in der realen Welt betrachten wir entfernte und nahe Objekte unterschiedlich. Bei der Fernsicht sind unsere Augenlinsen entspannt und die Blickrichtung parallel. Schauen wir auf etwas in der Nähe, so krümmen sich die Augenlinsen (Akkomodation) und die Blickrichtung bewegt sich von der Parallelstellung nach innen (Konvergenz). Diese beiden Vorgänge sind reflexartig mit einander verbunden.

Ein weiterer Aspekt, der aber ebenso noch nicht ausreichend erforscht ist, ist die mögliche psychische Beeinträchtigung von VR-Nutzern. Der häufige Rückzug in virtuelle Welten, die man selbst stärker beeinflussen und manipulieren kann als die reale Welt, kann zu Suchtsymptomen führen. Doch hier sollte man nicht gleich in Panik verfallen, weil das Kind viel Zeit mit VR verbringt. Gehandelt werden sollte erst, wenn Zeichen eines Suchtverhaltens auftreten, zum Beispiel Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Nervosität, Traurigkeit oder Ängstlichkeit, wenn Kontakte zu Familie und Freunden abgebrochen werden oder Angehörige über das wahre Ausmaß der Sucht getäuscht werden.

VR ist noch ein zartes Pflänzchen im Garten der Technologien. Doch deutet Vieles darauf hin, dass die virtuellen Realitäten auch in unserem Alltag Einzug halten werden. So dominant und allgegenwärtig wie unsere Smartphones werden VR-Brillen nicht werden, denn sie erfordern immer einen geschützten Bereich für den Nutzer und die Anschaffung eines weiteren Geräts. Es gibt unzählige Anwendungsmöglichkeiten, sowohl spielerisch als auch im professionellen Einsatz und dort, wo uns VR einen zusätzlichen Nutzen stiftet, wird es sich auch durchsetzen.

Grenzenlose Einsatzmöglichkeiten für Virtuelle Realität

Chirurgen können den zu operierenden Bereich virtuell begehen und so die Operation wesentlich genauer vorbereiten. Aber auch Patienten können VR nutzen. Heute wird die Technologie bereits in der Meditation, bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen, Angststörungen oder zur Schmerztherapie eingesetzt.

Die Reisebranche entdeckte VR ebenfalls früh. Schon einmal vor der Buchung einen kleinen Rundgang auf dem Kreuzfahrtschiff machen oder das Wunsch-Hotel vorab besichtigen? Wie wäre eine virtuelle Besichtigung von Sehenswürdigkeiten oder ein virtueller Besuch in einem Museum? Alle diese Lösungen gibt es bereits.

Filmemacher und Journalisten beginnen, 360°-Aufnahmen zu nutzen, um dem Betrachter das Umschauen im Raum zu ermöglichen. Eine Szene kann so noch viel intensiver und umfassender erlebt werden als beim Betrachten auf einem flachen Display, aus der einen, vom Regisseur vorgegebenen Perspektive.

Auch der Handel und die Werbebranche experimentieren mit VR. So bietet zum Beispiel das Möbelhaus Ikea an, die eigene Küche in einem virtuellen Raum zu planen und auszuprobieren. Dabei kann man die Küche sowohl als Erwachsener testen, aber auch in die Rolle eines Kindes schlüpfen und überprüfen, ob die Küche kindersicher genug konzipiert wurde.

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Über Heike Scholz

Heike Scholz ist Gründerin des Online-Magazins mobile zeitgeist, gefragter Speaker, Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing der Hochschule Worms und zählt zu den bekanntesten Influencern der deutschen Digital-Szene.

 

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