10 Dinge, die Sie über Zähne und Zucker noch nicht wussten

Zucker ist nicht gleich Zucker

Autor: Roman Maas

Dass Zucker die Zähne nachhaltig beschädigt und regelmäßiges Putzen unvermeidlich ist, weiß jeder. Aber Zucker ist nicht gleich Zucker, oder? Wo sind die versteckten Kariesmacher und was kann man ohne Bedenken essen? Wir decken zehn Dinge auf, die Sie über Zucker und Zähne vermutlich noch nicht wussten.

Zucker

1. Lebensmittel mit unerwartet hohem Zuckergehalt

Es gibt eine Menge Lebensmittel, bei denen man einen gesonderten Zuckerzusatz nicht erwarten würde. Zu den größten Zuckerfallen gehören:

  • Fertigsaucen
  • Salatdressings
  • Fruchtjoghurts, auch die „fettarmen“ Varianten
  • Eingelegte Speisen aus dem Glas wie Rotkohl und Gewürzgurken
  • Fruchtsäfte
  • Trockenfrüchte
  • Dosenfrüchte
  • Tiefkühlwaren
  • Produkte, die mit einer bunten Aufmachung locken, enthalten in der Regel mehr Zucker.

2. Versteckter Zucker bei den Inhaltsstoffen

Zucker ist nicht gleich Zucker. Chemisch gesehen gibt es dutzende Substanzen, die als Zucker klassifiziert werden. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie sind zahnschädigend.

  • Saccharose (normaler Haushaltszucker)
  • Fructose (gibt Früchten ihre Süße)
  • Lactose (in Milchprodukten)
  • Maltose (entsteht zum Beispiel beim Bierbrauen)
Um zu vermeiden, dass Zucker bei den Zutaten vorne steht, werden Hersteller kreativ: Gerstenmalzextrakt, Glukosesirup oder Maltodextrin sind Begriffe, auf die Verbraucher achten sollten.

3. Vorsicht bei Light-Produkten

Viele Light-Produkte geben dem Kunden das Gefühl, sich gesünder zu ernähren. Aber gerade wenn es um Light- oder „zuckerfreie“ Limonade geht, ist Vorsicht geboten. Denn „ohne Zucker“ bedeutet nicht „ohne Säure“. Hersteller ersetzen den Zucker oft mit Zitronensäure. Untersuchungen zeigen, dass Light-Softdrinks den Zahnschmelz noch mehr aufweichen als ihre zuckerhaltigen Pendants.

Zuckerhaltige Getränke Cola

4. Knabbereien sind ähnlich schädlich wie Süßigkeiten

Wer gerne zu einer Tüte Chips greift, sollte verstärkt auf Zahnhygiene achten. Die Stärke in diesen Snacks besteht aus Mehrfachzuckern, die zwar schwerer abgebaut werden aber dafür wesentlich länger im Mund bleiben. Manche Untersuchungen zeigen, dass stärkehaltige Nahrungsmittel aus Kartoffeln, Brot und Getreide sogar noch schädlicher sein können als Süßigkeiten.

5. Käse fördert die Zahngesundheit

Gute Nachrichten für Käseliebhaber: Milchprodukte sorgen für eine bessere Zahngesundheit. Käse enthält viel Kalzium, das zum Aufbau des Zahnschmelzes notwendig ist, Joghurt kann die Säure von Früchten neutralisieren und das Kariesrisiko senken.

6. Nicht der Zucker schädigt die Zähne ...

Chemisch gesehen, ist es nicht der Zucker direkt, der die Zähne angreift. Die Kariesbakterien nehmen die Kohlenhydrate des Zuckers auf und verwandeln sie in Säure. Durch diese wird die Karies hervorgerufen. Das beste natürliche Mittel hiergegen haben wir immer bei uns: unseren Speichel. Er neutralisiert Säuren, fördert den Aufbau der Zähne durch Mineralien und bekämpft Viren und Bakterien.

7. Nach dem Essen Zähneputzen erst einmal vergessen

Zweimal täglich Zähneputzen ist das Minimum – aber sollte es direkt nach den Mahlzeiten geschehen? Nein, sagen die meisten Experten inzwischen. Wer direkt nach dem Essen mit der Zahnbürste drüber schrubbt, beschädigt seine Zähne mehr als er ihnen hilft. Deshalb ist es gut, mindestens eine halbe Stunde nach dem Verzehr von zuckerhaltigen Speisen abzuwarten. In dieser Zeit kann der eigene Speichel die Säuren neutralisieren.

8. Zahnseide – ein Streitfall unter Zahnmedizinern

Neben dem Putzen mahnen viele Zahnärzte immer wieder, man solle die Zahnseide nicht vergessen. In den USA wurde das „flossing“ allerdings kürzlich aus den nationalen Gesundheitsempfehlungen gestrichen. Grund: Es gibt nicht genug Studien, die einen Nutzen nachweisen. Trotzdem weichen die meisten Experten nicht von ihrer Meinung ab: Die Zahnzwischenräume müssen einmal täglich gereinigt werden.

9. Zahnpflegekaugummis – nicht ganz nutzlos

Wie schön wäre das: Statt Zähneputzen einfach einen Zahnpflegekaugummi einwerfen und alles ist gut. Leider funktioniert dies in der Praxis nicht. Der Zahnbelag, der sich im Laufe des Tages auf der Zahnoberfläche ansammelt, ist zu fest, um von einem weichen Gummi „abgekaut“ zu werden. Zuckerfreie Kaugummis sind aber nicht unnütz: Das Kauen regt den Speichelfluss an und unterstützt so den Abbau von Zucker, Säuren und anderen zahnschädigenden Substanzen.

10. Häufiges Erbrechen zerstört die Zähne

Menschen mit Erkrankungen, bei denen häufig erbrochen wird, gehören zu den größten Risikogruppen für Karies. Die hochgewürgte Magensäure zerfrisst die Zahnoberflächen. Wer an Bulimie leidet und das Erbrechen willentlich hervorruft, bekommt auf Dauer Probleme mit den Zähnen. Auch Schwangere, die mit regelmäßiger Übelkeit zu kämpfen haben, sollten dies beachten. Am besten ist es, eine halbe Stunde nach dem Erbrechen mit dem Zähneputzen zu warten und zunächst nur etwas Mundspülung zu nehmen.

Über Roman Maas

Roman Maas ist freiberuflicher Autor und studierter Anglist. Er hat in Verlagen, Online-Redaktionen und Agenturen gearbeitet. Berufliche und lokale Unabhängigkeit sind für ihn wichtig, Reisen und Schreiben seine Leidenschaften. Einige seiner Schwerpunkte sind Digital Life, Kultur und Natur.

 

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