Der Start ins Hobby Oldtimer: Modellauswahl, Wertermittlung, Kosten

Legen Sie vor der Modellauswahl Ihr mögliches Budget fest.

Der Start ins Hobby Oldtimer: Modellauswahl, Wertermittlung, Kosten

Mit dem Kauf eines Oldtimers geht für viele Liebhaber von historischen Fahrzeugen ein Traum in Erfüllung. Doch zur Anschaffung des Oldtimers gehört meist viel Planung und Recherche. Damit dem Kauf nichts mehr im Weg steht, erfahren Sie hier alles zu den Punkten:

  • Bezugsquellen für Oldtimer
  • Die richtige Modellauswahl
  • Laufende Kosten eines Oldtimers
  • Wertermittlung von Oldtimern

Wichtige Kriterien bei der Modellauswahl

Bei der Wahl des Oldtimers spielen verschiedene Kriterien eine Rolle

Der Start in das Hobby „Oldtimer“ beginnt mit der Entscheidung für ein passendes Modell. Dabei haben Sie die Wahl zwischen zahlreichen Herstellern, Marken und Modellen. Häufig sind Liebhaber alter Autos besonders interessiert an einem bestimmten Fahrzeugtyp. Bei der Anschaffung sind aber auch praktische Kriterien wichtig.

Kosten von Oldtimern

Legen Sie vor der Modellauswahl Ihr mögliches Budget fest. Oldtimer sind bereits für unter 5.000 € erhältlich. Dazu gehören z. B. Modelle wie der Opel Ascona B oder der Renault 16. Ein Oldtimer mit viel höheren Anschaffungskosten ist z. B. der Porsche 911. Viele Kriterien beeinflussen den Preis eines Modells. Dazu gehört etwa die Beliebtheit. Der „emotionale“ Wert ist teilweise sogar wichtiger als Seltenheit oder Ausstattung.

Passende Modelle in Ihrem Budget finden Sie z. B. bei Kaufbörsen im Internet. Dort können Sie gezielt nach Oldtimern in einer bestimmten Preisspanne suchen.

Allerdings zahlen Sie auch für gleiche Modelle oft unterschiedliche Preise. Ein Oldtimer-Gutachten ermittelt meist den individuellen Wert.

Wichtig sind auch die laufenden Kosten des Oldtimers. Diese hängen von seinen Eigenschaften ab, z. B. dem Baujahr. Deshalb gibt es auch hier große Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen. Bei bestimmten Fahrzeugtypen sind etwa häufige oder teure Reparaturen notwendig. Zu den laufenden Kosten gehören unter anderem:

  • Steuern und Versicherungen: Auch bei Oldtimern entstehen Kosten durch Steuern und Versicherungen. Allerdings gibt es besondere Regelungen für historische Fahrzeuge. Für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen gibt es steuerliche Vergünstigungen. Dieses sogenannte „historische Kennzeichen“ bekommen nur Fahrzeuge, die gesetzlich als Oldtimer gelten. Mehr zu Steuern und Versicherungen für Oldtimer erfahren Sie hier.
  • Kraftstoff: Der Verbrauch von Kraftstoff bei Ausfahrten und Rallyes verursacht weitere Kosten. Da Oldtimer seltener gefahren werden, entstehen trotz eines höheren Verbrauchs meist nicht mehr Kosten als bei modernen Autos.
  • Kosten durch Pflege und Wartung: Bei der Wartung des Oldtimers fallen Ausgaben für die Jahresinspektion und den Ersatz verschiedener Teile an. Durch technische Besonderheiten verschiedener Oldtimer schwanken die Preise dafür stark. Mehr Informationen zur Wartung und Pflege Ihres Oldtimers finden Sie hier.

Seltenheit

Seltene Oldtimer erschweren den Einstieg in das Hobby. Oft gibt es für seltene Modelle wenige Ersatzteile. Außerdem sind diese meist schwer zu beschaffen. Reparaturen dauern deshalb zum Teil länger und sind teurer als bei Modellen, die häufiger gefahren werden. Oft benötigen Sie einen Spezialisten für die Wartung des Fahrzeugs. Wählen Sie daher am besten bekannte Modelle für den Einstieg. Dazu gehören Fahrzeuge von den Herstellern Volkswagen, Daimler und Porsche.

Hersteller- und Markenclubs

Oldtimerclubs für Ihr Modell oder einen bestimmten Hersteller unterstützen Sie bei der Suche nach passenden Ersatzteilen. Außerdem erhalten Sie dort viele Informationen und Tipps zur Pflege und Wartung des Oldtimers.

Informieren Sie sich über verfügbare Hersteller- oder Markenclubs in Ihrer Nähe. Dort erhalten Sie bei Fragen schnell Unterstützung. Verschiedene Markenclubs sind auch in ganz Deutschland aktiv. Außerdem gibt es viele Foren und Portale im Internet.

Zulassung

Wichtig ist außerdem, welche Zulassung ein Oldtimer hat. Mit einem H-Kennzeichen können Sie mit Ihrem Fahrzeug ohne Probleme in Umweltzonen fahren. Im Gegensatz zum sogenannten „07“-Kennzeichen ist das auch abseits von Veranstaltungen möglich. Außerdem erhalten Sie mit dem H-Kennzeichen steuerliche Vergünstigungen.

Wertermittlung des Oldtimers

Oldtimer-Gutachten: Als Basis für die Kaufverhandlungen ermittelt ein Gutachter den Wert des Oldtimers

Die Wertermittlung durch ein Gutachten ist beim Verkauf eines Oldtimers sehr wichtig. Das Oldtimergutachten dient als Grundlage für die Verhandlung und bietet Käufer und Verkäufer Sicherheit.

Auch beim Abschluss von Versicherungen ist der Oldtimerwert wichtig. Versicherer verlangen meist ebenfalls ein Gutachten.

Ein Gutachten ermittelt den Marktwert, den Wiederbeschaffungswert und den Wiederherstellungswert.

  • Marktwert: Der Marktwert beschreibt, wieviel ein Käufer aktuell für ein Fahrzeug zahlen würde. Deshalb ist dieser Wert am wichtigsten für den Verkauf eines Oldtimers.
  • Wiederbeschaffungswert: Dieser Wert beschreibt die notwendigen Kosten für den Besitzer, um den Oldtimer z. B. nach einem Unfall wiederzubeschaffen. Er wird meist anhand aktueller Preise für ähnliche alte Autos ermittelt.
  • Wiederherstellungswert: Dieser Wert setzt sich aus den Kosten für die Anschaffung und die Restauration eines Oldtimers zusammen. Deshalb ist er meist höher als der Marktwert.

Der Gutachter prüft beim Gutachten unter anderem:

  • Den Zustand des Fahrzeugs/der Fahrzeugteile
  • Abweichungen vom Originalzustand
  • Die Vergangenheit des Oldtimers (z. B., wie der Vorbesitzer den Oldtimer genutzt hat)
  • Die Fahrtüchtigkeit des Oldtimers

Zustandsnoten

Um den Wert eines Oldtimers zu ermitteln, werden Zustandsnoten vergeben.

Bei der Wertermittlung gibt der Gutachter dem Oldtimer meist eine Zustandsnote. Diese beeinflusst oft den Kaufpreis. Häufig finden Sie bereits eine Zustandsnote im Verkaufsangebot.

Die Zustandsnote gilt immer für das ganze Fahrzeug. Oft enthält ein Oldtimergutachten aber auch Noten für die einzelnen Teile des historischen Fahrzeugs.

In der Regel werden Oldtimer in fünf Zustandskategorien eingeteilt. Die von der Firma Classic Data festgelegten Definitionen sind dabei weit verbreitet.

Bewertet werden unter anderem:

  • Gebrauchsspuren am Fahrzeug
  • Schäden oder Probleme an der Optik und Technik
  • Der Originalzustand des Fahrzeugs oder die Qualität der Restauration
Note Kriterien
1 Ein Fahrzeug mit der Zustandsnote 1 wird mit „wie neu“ bewertet. Der Oldtimer hat keine Mängel bei der Optik und Technik. Eine Restauration hinterließ keinerlei Makel.
2 Ein Fahrzeug mit Zustandsnote 2 hat leichte Gebrauchsspuren. Trotzdem haben seine Optik und Technik keine Mängel. Eine Restauration wurde fachgerecht durchgeführt.
3 Ein Fahrzeug mit der Zustandsnote 3 hat stärkere Gebrauchsspuren, ist aber verkehrstauglich. Es kann geringere Mängel an der Optik haben. Auch kleinere technische Probleme sind möglich.
4 Ein Fahrzeug mit der Zustandsnote 4 kann größere optische oder technische Schäden haben. Es hat starke Gebrauchsspuren. Ohne Restauration ist es nicht ohne Weiteres fahrbereit. In diesem Zustand sind auch Durchrostungen an verschiedenen Teilen möglich.
5 Ein Fahrzeug mit der Zustandsnote 5 kann nicht im Verkehr genutzt werden. Es muss restauriert werden. Teile des Fahrzeugs fehlen möglicherweise. Der Oldtimer hat starke Schäden an seiner Optik und Technik. Diese sind deutlich von außen erkennbar. Das Fahrzeug kann auch starke Durchrostungen aufweisen.
 

Arten von Gutachten

In einem ausführlichen Wertgutachten dokumentiert der Prüfer auch den Zustand der einzelnen Teile des Oldtimers. Dieses Gutachten ist besonders beim Kauf von alten Autos wichtig. Bei einem ausführlichen Gutachten findet meist auch eine Probefahrt statt, wenn diese möglich ist.

Nicht ausreichend für den Kauf ist ein Kurzgutachten. Dieses wird meist für Versicherungen angefertigt. Hier prüft der Gutachter den Oldtimer vor allem äußerlich. Das Gutachten beinhaltet i. d. R. keine genauen Informationen über den Zustand der einzelnen Teile. Außerdem überprüft der Gutachter meist die Vergangenheit des Fahrzeugs nicht.

Der genaue Umfang des Gutachtens ist abhängig vom jeweiligen Anbieter. Ein Kurzgutachten kostet mindestens 150 €, ein umfangreiches Oldtimer-Gutachten mindestens 300 €.

Fazit

Der Kauf eines Oldtimers ist oft ein längerer Prozess. Nehmen Sie sich Zeit, um verschiedene Modelle und deren Kosten zu vergleichen. So finden Sie das passende Modell für Ihre Bedürfnisse.

Besonders für Einsteiger ist es nicht leicht, den Oldtimerwert einzuschätzen. Oldtimergutachten bieten Ihnen einen wichtigen Anhaltspunkt.

Tipp: In Hersteller- und Markenclubs finden Sie oft Spezialisten, die mit Ihnen den Oldtimer besichtigen. Durch ihre Erfahrung schätzen sie den Oldtimerwert realistisch ein. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Kauf. So steht Ihrem Start in das Hobby „Oldtimer“ nichts mehr im Weg.
Tipp: In Hersteller- und Markenclubs finden Sie oft Spezialisten, die mit Ihnen den Oldtimer besichtigen. Durch ihre Erfahrung schätzen sie den Oldtimerwert realistisch ein. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Kauf. So steht Ihrem Start in das Hobby „Oldtimer“ nichts mehr im Weg.