Versicherungen und Steuern

Oldtimer haben hohe laufende Kosten durch Steuern und Versicherungen.

Versicherungen und Steuern

Oldtimer haben hohe laufende Kosten durch Steuern und Versicherungen. Allerdings gibt es für die historischen Fahrzeuge viele Vergünstigungen. Diese hängen von der Zulassung ab.

Dieser Artikel informiert Sie über:

  • Verschiedene Arten von Zulassungen für Oldtimer
  • Steuerliche Vorteile verschiedener Zulassungen
  • Vorteile und Merkmale einer Oldtimerversicherung

Eine Zusammenfassung bietet Ihnen das PDF zum Artikel.

Zulassungsarten

Sie können Oldtimer unterschiedlich zulassen. Es gibt verschiedene Voraussetzungen, Vorteile und Einschränkungen. Die passende Zulassung hängt von den Eigenschaften Ihres Fahrzeugs ab. Außerdem ist es wichtig, wie und wo Sie das Fahrzeug nutzen.

H-Kennzeichen

Das H-Kennzeichen ist eine mögliche Oldtimer Zulassung

Das sogenannte H-Kennzeichen ist eine Zulassung speziell für Oldtimer. Das H steht für „historisch“. Oldtimer mit diesem Kennzeichen gelten als „Kulturgut“. Deshalb haben diese Fahrzeuge besondere Vorteile. Das sind z. B. günstigere Steuern und Versicherungen. Mit einem H-Kennzeichen zahlen Sie 192 € Kfz-Steuer für Ihren Oldtimer-PKW . Der allgemeine Steuersatz für Motorräder liegt bei 46 € pro Jahr. Sie dürfen den Oldtimer uneingeschränkt immer und überall fahren. Das gilt auch für Umweltzonen. Allerdings muss ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung.

Für Oldtimer gibt es eine gesetzliche Definition. Ein Oldtimer erhält das H-Kennzeichen, wenn er diese Merkmale aufweist. Sie bekommen diese Zulassung, wenn Sie ein sogenanntes „Oldtimer-Gutachten“ haben. Dabei prüft ein Sachverständiger, ob der Wagen die gesetzliche Definition erfüllt. Dazu untersucht er unter anderem den Zustand der Oldtimerteile. Dafür sollten die Teile original oder sehr ähnlich sein. Eine Liste der Prüfkriterien finden Sie unter anderem beim TÜV. Zusätzlich zum Gutachten ist auch eine Hauptuntersuchung notwendig.

Kosten eines H-Kennzeichens :

  • Oldtimergutachten: 80-200 €
  • Hauptuntersuchung: 50-100 €
  • Zulassung: ca. 40 €

Die Kosten für das Oldtimergutachten und die Hauptuntersuchung hängen vom Fahrzeugtyp ab. Beim TÜV unterscheiden sich die Kosten außerdem in den Bundesländern.

Tipp: Für das H-Kennzeichen brauchen Sie immer eine neue Hauptuntersuchung. Das gilt auch, wenn die letzte Begutachtung erst kürzlich stattfand. Vermeiden Sie diese Überschneidung und lassen Sie das Oldtimergutachten zur gleichen Zeit wie die Hauptuntersuchung machen.
Tipp: Für das H-Kennzeichen brauchen Sie immer eine neue Hauptuntersuchung. Das gilt auch, wenn die letzte Begutachtung erst kürzlich stattfand. Vermeiden Sie diese Überschneidung und lassen Sie das Oldtimergutachten zur gleichen Zeit wie die Hauptuntersuchung machen.

Saisonkennzeichen

Ein Saisonkennzeichen ist eine Zulassung, die nur für einen bestimmten Zeitraum im Jahr gilt. Hat Ihr Oldtimer dieses Kennzeichen, können Sie Ihn nur in dieser Zeit fahren. Sie können Ihren Oldtimer für mindestens 2 Monate und maximal 11 Monate zulassen.

Sie zahlen Steuern und Versicherungen nur für den Zeitraum, in dem Ihr Oldtimer zugelassen ist. Nutzen Sie Ihr Fahrzeug nur in den Sommermonaten, sparen Sie so viel Geld. Außerdem haben Sie keine Kosten für die jährliche An- und Abmeldung Ihres Oldtimers. Diese müssen Sie mit einem Saisonkennzeichen nicht mehr machen.

Für ein Saisonkennzeichen gibt es keine besonderen Voraussetzungen. Nutzen Sie es, wenn Ihr Oldtimer nicht die Anforderungen an ein H-Kennzeichen erfüllt. Sie können dann aber nicht in Umweltzonen fahren. Außerdem ist es nicht bei allen Anbietern möglich, mit diesem Kennzeichen eine spezielle Oldtimerversicherung abzuschließen.

Kosten der Zulassung für Saisonkennzeichen: ca. 30 €

Hinweis: Sie können H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen seit Oktober 2017 auch kombinieren. Diese Zulassung vereint die Vorteile beider Kennzeichen. Sie zahlen den allgemeinen Steuersatz von 192 € nur für den Zeitraum, in dem Sie Ihren Oldtimer fahren. Haben Sie den Oldtimer z. B. für 6 Monate zugelassen, zahlen Sie nur die Hälfte der Steuern. Diese Zulassung hat die gleichen Voraussetzungen wie das H-Kennzeichen. Auch die Kosten sind deshalb ähnlich.
Hinweis: Sie können H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen seit Oktober 2017 auch kombinieren. Diese Zulassung vereint die Vorteile beider Kennzeichen. Sie zahlen den allgemeinen Steuersatz von 192 € nur für den Zeitraum, in dem Sie Ihren Oldtimer fahren. Haben Sie den Oldtimer z. B. für 6 Monate zugelassen, zahlen Sie nur die Hälfte der Steuern. Diese Zulassung hat die gleichen Voraussetzungen wie das H-Kennzeichen. Auch die Kosten sind deshalb ähnlich.

Rotes 07-Kennzeichen

Das rote 07-Kennzeichen ist ein Wechselkennzeichen. Deshalb können Sie das Kennzeichen für mehrere Oldtimer abwechselnd nutzen. Das ist vor allem für Sammler vorteilhaft. Sie zahlen den allgemeinen Steuersatz von 192 € für Ihre Oldtimer. Sie können dann alle Ihre Oldtimer mit dieser Zulassung fahren. Sie zahlen damit auch oft weniger für Versicherungen.

Beim 07-Kennzeichen ist eine regelmäßige Hauptuntersuchung meist nicht notwendig.

Mit dem 07-Kennzeichen können Sie in Umweltzonen fahren. Allerdings ist das nur im Rahmen von Oldtimer-Veranstaltungen möglich. Außerdem sind mit dieser Zulassung Probefahrten und Werkstattfahrten erlaubt. Alltägliche Fahrten sind jedoch nicht erlaubt. In einem Fahrtenbuch dokumentieren Sie am besten alle Fahrten. Nehmen Sie bei jeder Fahrt mit einem zugelassenen Fahrzeug das sogenannte „Fahrzeugscheinheft“ mit. Dieses enthält Daten zu allen Fahrzeugen, die Sie mit dieser Zulassung nutzen.

Für eine Zulassung mit dem 07-Kennzeichen gelten die gleichen Voraussetzungen wie für das H-Kennzeichen. Zusätzlich gibt es Anforderungen an Sie als Fahrer. Vor der Zulassung prüft die Zulassungsbehörde Ihre Vertrauenswürdigkeit. Das ist notwendig, da Sie die einzelnen Fahrten selbst dokumentieren. Für den Nachweis ist deshalb ein polizeiliches Führungszeugnis nötig. Je nach Behörde brauchen Sie möglicherweise noch weitere Nachweise.
 

Kosten eines 07-Kennzeichens:

  • Zulassung (mit Fahrtenbuch und Fahrzeugscheinheft): ca. 100 € bis 200 €, unterscheiden sich je nach Behörde
  • Oldtimergutachten: 80 € bis 200 €
  • Polizeiliches Führungszeugnis: 13 €

Schwarzes („reguläres“) Kennzeichen

Einige Oldtimer haben auch ein reguläres Kennzeichen. Mit dieser Zulassung haben Sie keine Vorteile bei der Kfz-Steuer und der Versicherung. Dennoch lohnt sich dieses Kennzeichen in manchen Fällen. Oldtimer stoßen viele Schadstoffe aus. Sie zahlen für Ihren Oldtimer durchschnittlich 25,36 € (Benzin) oder 37,58 € (Diesel) je 100 ccm Hubraum. Bis zu einem Hubraum von 700 ccm können Sie ein schwarzes Kennzeichen nutzen. Das ist für Sie günstiger.

Sie müssen keine besonderen Voraussetzungen für das reguläre Kennzeichen erfüllen. Wichtig ist nur, dass Ihr Oldtimer verkehrstüchtig ist. Sie können damit allerdings nicht in Umweltzonen fahren.

Kosten der Zulassung eines regulären Kennzeichens (mit Betriebserlaubnis): ca. 27 €

Bei allen Zulassungen entstehen weitere Kosten durch neue Nummernschilder. Jede Behörde verlangt andere Gebühren für die Zulassung. Fragen Sie deshalb am besten vor Ort, wieviel die Zulassung kostet.

: Mit einer Oldtimerversicherung können Sie sorglos fahren

Versicherungen für Oldtimer

Jedes Auto braucht eine Haftpflichtversicherung. Das gilt auch für Oldtimer. Oldtimerbesitzer nutzen ihren Wagen allerdings nicht wie ein modernes Auto. Sie fahren oft vorsichtiger und haben weniger Unfälle. Außerdem nutzen sie ihren Oldtimer meist nur ab und zu. Deshalb gibt es für historische Fahrzeuge bei vielen Versicherungen besondere Tarife. Diese sind deutlich günstiger als eine reguläre Kfz-Versicherung.

Bei einer Oldtimerversicherung gibt es außerdem keine sogenannten Typ-, Regional- und Schadenfreiheitsklassen. Die Beiträge hängen nicht von Ihrem Fahrzeugtyp oder Wohnort ab. Auch nach einem Unfall verändert sich Ihr Beitrag nicht.

Eine Oldtimerversicherung hat für Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen weitere Vorteile. Oldtimerbesitzer nutzen diese Wagen nur für einige Monate. In der Ruhezeit zahlen sie deshalb keine Beiträge. Dennoch deckt die Versicherung Schäden, die in der Ruhezeit entstehen. Das betrifft z. B. Diebstahl oder Vandalismus.

Neben Oldtimern versichern viele Anbieter auch Youngtimer. Die Tarife gelten für PKW, aber auch für Motorräder und Nutzfahrzeuge.

Voraussetzungen

Um eine Oldtimerversicherung abzuschließen, muss Ihr Fahrzeug die Anforderungen der Versicherung erfüllen. Dazu gehören i. d. R.:

  • Zustandsnote: 1 bis 3
  • Originalzustand: vorhanden oder originalgetreu restauriert
  • Jährliche Fahrleistung: maximal 5.000 bis 9.000 km
  • Stellplatz: Garage oder umzäunter Carport
  • Mindestalter Fahrzeug: mindestens 15 bis 30 Jahre
  • Mindestalter des Fahrzeughalters:  je nach Police 18 bis 25 Jahre
  • Mindestwert des Oldtimers: 1.000 bis 25.000 € Wert
  • Alltagsfahrzeug: anderes Auto als Alltagsfahrzeug vorhanden
  • Nutzung: keine gewerbliche Nutzung
  • Gutachten: i. d. R. Kurzgutachten

Verschiedene Anbieter haben andere Anforderungen. Das kann z. B. das Mindestalter des Fahrzeughalters sein. Fragen Sie nach den genauen Kriterien beim jeweiligen Anbieter.

Einige Anbieter versichern nur Oldtimer mit H-Kennzeichen. Andere bieten die Versicherung auch für Fahrzeuge mit anderen Saison-, 07- oder schwarzem Kennzeichen an.

Versicherungsprämie bei Oldtimern

Die Höhe der Prämie hängt von verschiedenen Kriterien ab. Am wichtigsten ist der Wert des Oldtimers. Sie können den Markt-, Wiederbeschaffungs- oder Wiederherstellungswert Ihres Oldtimers versichern lassen. Viele Oldtimerbesitzer versichern ihr Fahrzeug mit dem Wiederbeschaffungswert. Dieser Wert deckt auch die Kosten für eine kurzfristige Wiederbeschaffung. Der Wiederherstellungswert ist geeignet, wenn Sie Ihren Oldtimer restaurieren möchten. Dieser Wert bezieht die Kosten der Restauration mit ein.

Auch das Alter des Fahrzeugs beeinflusst die Prämie. Jeder Anbieter teilt einen Oldtimer in andere Alterskategorien ein. Einige Anbieter nutzen außerdem einen umfangreichen Fragebogen, um die Prämie zu bestimmen. Dieser enthält z. B. Fragen zu Ihrem Alter, dem Zustand und der Marke des Oldtimers. So ermittelt der Anbieter eine individuelle Prämie.

Haftpflichtversicherung für Oldtimer

Die Haftpflichtversicherung ist auch für Oldtimer Pflicht. Wie eine normale Kfz-Versicherung deckt diese Personenschäden und Sachschäden mit einer pauschalen Summe ab. Einige Tarife enthalten auch eine sogenannte „Umweltpauschale“. Diese deckt auch Umweltschäden, die Ihr Oldtimer verursacht.

Teil – und Vollkaskoversicherung für Oldtimer

Die Teil- oder Vollkaskoversicherung ist eine zusätzliche Absicherung für Ihren Oldtimer. Sie schließen diese freiwillig ab. Ob ein Schaden durch die Teil- oder Vollkaskoversicherung gedeckt wird, ist abhängig vom Anbieter.

In der Regel zahlt die Versicherung bei:

  • Schäden durch Brände und Explosionen
  • Schäden durch Diebstahl und Raub
  • „Elementarschäden“ (z. B. durch Unwetter)
  • Glasbruch
  • Schäden durch verlorene Schlüssel
  • Schäden durch Tierbisse und Zusammenstöße mit Tieren
  • Schäden durch Vandalismus
  • Transportschäden

Haben Sie einen Unfall selbst verursacht, zahlt meist nur die Vollkaskoversicherung.

Allgefahrenversicherung

Eine Allgefahrenversicherung zahlt für Schäden unabhängig von der Ursache. Sie deckt unter anderem:

  • Getriebeschäden
  • Motorschäden
  • Bruchschäden

Fazit

Oldtimerbesitzer zahlen oft weniger Steuern, weil sie wenig und vorsichtig fahren. Die Zulassung bestimmt die Höhe der Steuerzahlungen. Häufige Zulassungen sind:

  • H-Kennzeichen
  • Saisonkennzeichen
  • 07-Kennzeichen
  • Schwarze („reguläre“) Kennzeichen

Diese Zulassungen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Entscheiden Sie nach Ihren Bedürfnissen und den Eigenschaften Ihres Oldtimers. Danach können Sie die passende Zulassung wählen.

Auch bei Versicherungen sparen Oldtimerbesitzer. Spezielle Oldtimerversicherungen bieten günstigere Tarife. So zahlen Sie in der Ruhezeit des Oldtimers z. B. keinen Beitrag.