Deutschlandvergleich: Zahnarztkosten in Niedersachsen

Zahnarztkosten in Niedersachsen –

große Preisunterschiede

Deutschlandvergleich: Zahnarztkosten in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es regional große Unterschiede bei Zahnarztkosten. Im Deutschlandvergleich bezahlen Patienten Niedersachsen überdurchschnittlich viel. Das Wichtigste im Überblick:

  • Zahnarztkosten sind in Niedersachsen teuer.
  • Es gibt regionale Preisunterschiede von bis zu 350 %.
  • In Lüneburg und Burgdorf ist der Zahnarztbesuch sehr günstig.
Karte Zahnarztkosten in Niedersachsen

Niedersachsen liegt im mittleren Nordwesten der Bundesrepublik und ist nach Bayern das flächengrößte Bundesland Deutschlands. Fast 7,5 Mio. Menschen leben in Niedersachsen. Davon wohnen rund 524.000 in der Landeshauptstadt Hannover. Daneben existieren weitere Großstädte: In Braunschweig leben 248.000, in Oldenburg 160.000 und in Osnabrück 156.000 Menschen. Salzgitter und Hildesheim zählen jeweils knapp 100.000 Einwohner. So leben in den Ballungsgebieten bis zu 2.621 Einwohner pro Quadratkilometer, während es im Durchschnitt 167 Einwohner sind.

Bundesweit gibt es große Unterschiede, was die Kosten für zahnärztliche Behandlungen angeht. Während in Niedersachsen der durchschnittliche Gesamtbetrag einer Rechnung bei 799 € liegt, bezahlen Patienten in Nordrhein-Westfalen rund 844 €. Im Saarland ist es teurer. Dort betragen die Kosten für eine Behandlung beim Zahnarzt 1.128 €. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 773 €.

Niedersachsen – ein Bundesland mit großen regionalen Unterschieden

Diagramm Zahnarztkosten in Niedersachsen

Laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) wurden im Jahr 2017 rund 14,1 Mrd. € für die Behandlung beim Zahnarzt ausgegeben. Was die Behandlungskosten angeht, gibt es innerhalb des Bundeslands Niedersachsen deutliche regionale Unterschiede.

Wie im Diagramm zu sehen, erstrecken sich die durchschnittlichen Gesamtkosten für eine Zahnarztbehandlung von rund 533 € in Lüneburg bis hin zu 2.385 € in Friesoythe. Die Regionen Burgdorf (542 €), Northeim (570 €), Isernhagen (575 €) und Haren (Ems) (587 €) sind die günstigsten in Niedersachsen mit unter 600 € durchschnittlichen Gesamtkosten. Teurer ist es in den Städten Geestland (1.185 €), Soltau (1.166 €) und Delmenhorst (1.112 €).

Große Preisunterschiede innerhalb Niedersachsens

Im Deutschlandvergleich ist Niedersachsen nach Bayern das Bundesland mit den größten Preisdifferenzen. So ist es in Westerstede (1.330 €) und Wittmund (1.470 €) deutlich teurer. In Friesoythe (2.385 €) sind die Kosten rund 200 % höher als im Rest Deutschlands. Und sogar über 350 % höher als in Lüneburg.

Je nachdem, in welcher Stadt in Niedersachsen Patienten zum Zahnarzt gehen, schwanken die Behandlungskosten um bis zu 350 %. Diese Daten gehen aus über 8 Mio. Rechnungen hervor, die innerhalb von 3 Jahren bei der ERGO Versicherung AG eingegangen sind. Für die Statistik wurden dabei nur Städte im Ranking berücksichtigt, aus denen mehr als 1.000 Kundenrechnungen stammten. Damit ist sie repräsentativ.

Zahnarztkosten in Niedersachsen: Friesoythe, Wilhelmshaven, Oldenburg und Co.

Prophylaxe, Füllung oder Krone: Die Kosten einer Zahnarztbehandlung unterscheiden sich nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch innerhalb der Länder. Die Prophylaxe zählt zu den günstigen Zahnarztbehandlungen. Dafür rechnen deutsche Zahnärzte durchschnittlich 74 € ab. In Niedersachsen kostet eine Behandlung 73 €. Allerdings müssen Patienten in Nordhorn nur 65 € bezahlen und in Nordenham 83 €. In Lüneburg zahlen sie rund 30 % mehr für die gleiche Leistung wie in Cloppenburg. Und das innerhalb eines Bundeslands.

Kosten für Füllungen und Prophylaxe in Niedersachsen

Für eine Füllung zahlen Patienten in Deutschland rund 169 €. Mit 170 € für eine Zahnfüllung liegt das Bundesland Niedersachsen also im deutschen Durchschnitt. Auch dort gibt es jedoch deutliche regionale Unterschiede: Am preiswertesten ist eine Füllung in Soltau mit nur 123 €. In Wedemark, Lingen (Ems) oder Oldenburg (Oldb) betragen die Kosten für eine Zahnfüllung allerdings rund 106 € durchschnittlich.

Die Kosten für Prophylaxe und Füllungen sind in Niedersachsen überschaubar und liegen im Bundesdurchschnitt. Es gibt aber auch deutlich teurere Behandlungen beim Zahnarzt. Dazu zählen z. B. Kronen-, Brücken- oder Implantateinsätze. Da für diese Behandlungen mehrere Termine notwendig sind, ist der Zeitaufwand höher. Dazu kommen noch Material- und Laborkosten.

In diesen Städten gibt es günstige Kronen, Brücken und Implantate

Die geringsten Kosten für eine Krone haben Patienten in Westerstede mit 813 €, gefolgt von Northeim mit 941 €. Auch in Moormerland (995 €) und Geestland (1.027 €) bezahlen sie weniger als der bundesweite Durchschnitt. In Oldenburg (1.368 €) und Stade (1.422 €) müssen Zahnarztpatienten etwas tiefer in die Tasche greifen. Am teuersten ist es in Friesoythe. Dort betragen die Zahnarztkosten für eine Krone 1.481 €.

Eine Zahnbrücke ist in Bramsche (3.159 €), Wittmund (3.160 €), Friesoythe (3.464 €) und Westerstede (3.978 €) teurer als in den restlichen Teilen Niedersachsens. In Wilhelmshaven, Hameln und Celle zahlen Patienten zwischen 2.304 € und 2.292 € für eine Brücke. Die günstigsten Rechnungen für eine Zahnarztbehandlung mit Brücke gibt es in Buxtehude mit 2.264 €. In Niedersachsen zahlt der Großteil der Patienten mehr als der Bundesdurchschnitt (2.526 €).

Laut Statistik ergibt sich deutschlandweit ein durchschnittlicher Rechnungsbetrag von 3.905 € für Implantate. In Niedersachsen bezahlen Patienten im Schnitt 3.908 €. Die Kosten für den Einsatz erstrecken sich von 2.199 € (Walsrode) bis zu 6.021 € (Friesoythe). Innerhalb eines Bundeslands bezahlen Patienten also im Durchschnitt fast 3.800 € mehr.

So schützen Sie sich effektiv vor hohen Kosten

Die Kosten für Prophylaxe und Füllungen befinden sich im Mittelfeld aller deutschen Bundesländer. Bei den Gesamtkosten zählt Niedersachsen allerdings zu den teureren Bundesländern. Innerhalb des Bundeslands herrscht zudem ein Kostengefälle, wodurch es zu Preisunterschieden von bis zu 350 % kommen kann.

Gesetzlich Versicherte erhalten Zuschüsse für Zahnarztbehandlungen, 50 % der Kosten können erstattet werden. Durch den Nachweis eines gepflegten Bonushefts ist ein Nachlass von bis zu 60 % möglich.

Da bei mehreren Tausend Euro für Zahnersatz dennoch ein großer Eigenanteil für den Patienten bleibt, bietet sich eine private Zahnzusatzversicherung an. Dadurch können sich Patienten mit Zahnproblemen vor hohen Zahnarztkosten schützen. Je nach Tarif übernehmen die Zahnzusatzversicherungen bis zu 100 % der Kosten.

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