Deutschlandvergleich: Zahnarztkosten in Schleswig-Holstein

Zahnarztkosten in Schleswig-Holstein –

hohe Gesamtkosten und regionales Kostengefälle

Deutschlandvergleich: Zahnarztkosten in Schleswig-Holstein

Innerhalb des Bundeslands differenzieren die Beträge bei den Zahnarztkosten. Im Deutschlandvergleich ist Schleswig-Holstein eines der günstigeren Bundesländer. Das Wichtigste im Überblick:

  • Zahnarztkosten betragen durchschnittlich 729 € pro Rechnung.
  • Es gibt regionale Preisunterschiede von über 200 %.
  • In der Landeshauptstadt Kiel ist ein Zahnarztbesuch sehr günstig.
Karte Zahnarztkosten in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein liegt im Norden Deutschlands. Es befindet sich zwischen Ost- und Nordsee. Das Bundesland wird im Südosten durch Mecklenburg-Vorpommern begrenzt. Im Süden befinden sich Niedersachsen sowie Hamburg und im Norden liegt Dänemark.

Fast 3 Mio. Menschen leben in dem nördlichen Teil der Bundesrepublik. Davon wohnen rund 243.000 in der Landeshauptstadt Kiel. Daneben existieren weitere Oberzentren: Lübeck zählt über 214.000 und Flensburg ca. 85.000 Einwohner. In Neumünster und Norderstedt wohnen rund 77.000 Menschen. In Schleswig-Holstein befinden sich aber auch die bevölkerungsärmste Gemeinde (Wiedenborstel mit 2,4 Einwohnern pro Quadratkilometer) und die kleinste Stadt (Arnis) Deutschlands. Im Durchschnitt leben in Schleswig-Holstein 182 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die Kosten für zahnärztliche Behandlungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Deutschlandweit ist das Saarland das teuerste Bundesland mit durchschnittlichen Gesamtkosten von 1128 €. Berlin, Hamburg, Baden-Württemberg und Brandenburg gehören zu den günstigsten Bundesländern. Die durchschnittlichen Kosten für eine Zahnarztbehandlung liegen innerhalb dieser Bundesländer zwischen 643 und 679 €. In Hessen ist mit 763 € zu rechnen, der deutsche Mittelwert liegt bei 773 € pro Zahnarztrechnung.

Schleswig-Holstein – kleines Bundesland mit großen Preisunterschieden

Diagramm Zahnarztkosten in Schleswig-Holstein

Im Jahr 2017 wurden rund 14,1 Mrd. € in die Behandlung beim Zahnarzt investiert. Das ergab eine Recherche der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Um einen Überblick über die bundeslandspezifischen Zahnarztkosten zu erhalten, hat die ERGO Versicherung AG über 8 Mio. Rechnungen innerhalb von 3 Jahren gesichtet. Berücksichtigt wurden dabei alle Städte, aus denen mehr als 1.000 Kundenrechnungen eingegangen waren.

Die meisten der von ERGO aufgeschlüsselten zahnärztlichen Behandlungsmethoden sind in Schleswig-Holstein günstiger als in Deutschland üblich. Hinsichtlich der Behandlungskosten gibt es jedoch regional große Preisunterschiede. Im Diagramm ist zu sehen, dass sich die durchschnittlichen Gesamtkosten für eine Zahnarztbehandlung stark unterscheiden. Abhängig davon, in welcher Stadt die Behandlung stattfindet, kostet sie innerhalb des Bundeslands weit mehr als das Doppelte. So bezahlen Patienten in Eckernförde rund 469 € und in Kiel 655 €. Diese Regionen gehören zu den günstigsten in Schleswig-Holstein. Teurer wird es in Husum (796 €), Geesthacht (805 €) und Neumünster (918 €). In Heide (1.183 €) sind die Kosten rund 50 % höher als im Rest Deutschlands – und über 250 % höher als in Eckernförde.

Zahnarztkosten in Schleswig-Holstein: Flensburg, Elmshorn, Bad Schwartau und Co.

Füllungen werden in Schleswig-Holstein im Durchschnitt mit rund 170 € abgerechnet. Der Betrag entspricht gleichzeitig dem deutschen Mittelwert. Am teuersten fällt die Behandlung in Geesthacht aus. Dort müssen Patienten mit durchschnittlich 188 € pro Füllung rechnen, während es in Schleswig nur 127 € sind.

Die Prophylaxe zählt zu den günstigen Zahnarztbehandlungen. Durchschnittlich geben Patienten dafür 74 € aus. Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung sind in Schleswig-Holstein überschaubar. Sie liegen ortsunabhängig bei 71 € und damit im Bundesdurchschnitt. In Husum und Neumünster bezahlen Patienten sogar noch weniger. Dort beläuft sich der Betrag auf unter 65 €.

Große Preisunterschiede bei Wurzelbehandlungen

Enorme Preisunterschiede innerhalb des Bundeslands existieren bei den Kosten für eine Wurzelbehandlung. Zwischen 56 und 358 € bezahlen Patienten dafür beim Zahnarzt in Schleswig-Holstein. Im Verhältnis zum deutschen Mittelwert von 167 € schneiden vor allem Wedel und Ahrensburg teuer ab. Die Behandlungskosten liegen in beiden Regionen bei über 240 €. Das ist 4 Mal so viel wie in Husum (60 €) und fast 45 % mehr als der bundesweite Durchschnitt.

Hohe Kosten bei Kronen, Brücken und Implantaten

Kronen-, Brücken- oder Implantateinsätze gehören zu den teuersten Zahnarztbehandlungen. Der Zeitaufwand und die Materialkosten sind vergleichsweise hoch. Für das Einsetzen einer Krone bezahlen Patienten in Deutschland im Schnitt 1.100 €. In Schleswig-Holstein liegt der Durchschnittspreis mit 1.097 € im Bundesdurchschnitt. Damit schneidet das Bundesland im Städteranking gut ab. Die geringsten Kosten für den Einsatz einer Krone fallen in Schleswig (903 €), Husum (911 €) und Heide (974 €) an. In Rendsburg, Pinneberg und Norderstedt ist es teurer. Dort liegt der Preis zwischen 1.252 € und 1.306 €.

Eine Zahnbrücke kostet in Rendsburg (3.040 €), Heide (2.819 €) und Pinneberg (2.804 €) mehr als in den restlichen Teilen Schleswig-Holsteins. In Husum, Flensburg und Schleswig wird weniger für eine Brücke verlangt. Dort betragen die Kosten 1.912 € bis 2.040 €. Im Norden der Bundesrepublik zahlen Patienten weniger als den Bundesdurchschnitt (2.526 €).

Für Implantate ergibt sich laut Statistik ein deutschlandweit durchschnittlicher Rechnungsbetrag von 3.905 €. Günstigstes Bundesland ist Thüringen mit 3.417 €. In Niedersachsen bezahlen Patienten im Schnitt 3.909 €. Die Kosten für den Einsatz erstrecken sich von 3.008 € in Rendsburg bis zu 5.924 € in Schleswig.

So schützen Sie sich vor hohen Kosten

Im Deutschlandvergleich befinden sich die Zahnarztkosten in Schleswig-Holstein im unteren Mittelfeld. Innerhalb des Bundeslands treten aber immense Kostengefälle auf. Diese führen zu Preisunterschieden von bis zu 150 %.

Vor bevorstehenden, teuren Zahnarztbehandlungen müssen Patienten aber keine Angst haben. Wenn sie gesetzlich versichert sind und über ein ordnungsgemäß geführtes Bonusheft verfügen, übernimmt die Krankenkasse bis zu 60 % der Zahnarztkosten. Sollte kein Bonusheft vorhanden sein, werden Zuschüsse in Höhe von 50 % übernommen.

Um die Zahnarztrechnung gering zu halten, lohnt sich auch eine private Zahnzusatzversicherung. Sie eignet sich für Eingriffe, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Der große Vorteil: Sie kann auch noch abgeschlossen werden, wenn bereits eine Behandlung stattfindet.

Je nach Tarif übernehmen die Zahnzusatzversicherungen bis zu 100 % der Kosten. Patienten mit Zahnproblemen schützen sich dadurch vor hohen Zahnarztkosten.

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