Online-Ticket: Kann ich widerrufen?

Chance auf Storno?

Sie haben im Internet Eintrittskarten gekauft. Leider können Sie die Veranstaltung dann doch nicht besuchen. Was nun?

Online-Ticket: Kann ich widerrufen?

Rechtsfrage des Tages:

Ich habe letzte Woche online eine Konzertkarte gekauft. Jetzt habe ich festgestellt, dass ich an dem Termin gar keine Zeit habe. Kann ich den Kauf widerrufen?

 

Antwort:

Online einzukaufen gehört in vielen Lebensbereichen mittlerweile zum Alltag. Sie können Ware bestellen,  prüfen und bei Nichtgefallen zurückschicken. Ob Kleidung, Elektronik oder Lebensmittel – der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Und natürlich nutzen viele auch den bequemen Service, für Konzerte, Festivals oder andere Veranstaltungen Tickets online zu erwerben. Als Verbraucher steht Ihnen beim Onlinekauf in vielen Fällen ein Widerrufsrecht zu. Voraussetzung ist, dass Sie von einem Unternehmer über das Internet oder per Telefon kaufen. Beim Kauf von Privat können Sie sich nicht auf das gesetzliche Widerrufsrecht berufen.

 

Produkte, die vom Widerrufsrecht ausgenommen sind

Daneben kennt das Gesetz noch weitere Ausnahmen. Der Kauf von Zeitungen oder Zeitschriften über das Internet kann etwa nicht widerrufen werden. Gleiches gilt für leicht verderbliche Lebensmittel und Ware, die nach Kundenwünschen angefertigt wurde. Und auch zum Thema Onlineticket finden Sie im Gesetz Ausnahmen. Nach Paragraf 312g Absatz 2 Nummer 9 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) besteht kein Widerrufsrecht für Verträge im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen. Allerdings gilt das nur, wenn im Vertrag ein bestimmter Termin oder abgrenzbarer Zeitraum für die Leistungserbringung vereinbart wurde.

 

Weiterverkauf von Tickets

Haben Sie sich also eine Karte für ein Rockkonzert am 30.11.2016 gekauft, bleiben Sie auf Ihrem Ticket sitzen. Ein Widerruf ist ausgeschlossen. Auch die Karten für ein bestimmtes Fußballspiel oder eine Varieté-Show an einem spezifischen Datum müssten Sie behalten. Anders kann der Fall liegen, wenn Sie Karten für eine Veranstaltung ohne festen Termin gekauft haben. Beispiel: ein Gutschein für eine Ballonfahrt, der innerhalb eines Jahres eingelöst werden kann. Dann kommt es für einen wirksamen Widerruf aber darauf an, wie lang der Zeitraum ist.

Die Gerichte schauen darauf, ob der Veranstalter bereits Vorbereitungen für das Event treffen musste. Würde er durch den Widerruf unverhältnismäßige Nachteile erleiden, dürfen Sie nicht widerrufen. Beim Beispiel der Ballonfahrt stünden Ihre Chancen aber vermutlich nicht schlecht. So entschied zumindest das Amtsgericht Hamburg in einem vergleichbaren Fall.
Übrigens: Als Privatperson dürfen Sie das Ticket weiterverkaufen. Die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Aussicht gestellten Sanktionen sind häufig nicht durchsetzbar. Das gilt zumindest für nicht personenbezogene Tickets. Ist Ihre Eintrittskarte hingegen personalisiert, also mit Ihrem Namen versehen, ist ein Weiterverkauf nicht so ohne Weiteres möglich.

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