Wohin mit der Gehhilfe?

Der Flur als Rollator-Stellplatz

Auf Rollatoren und Gehhilfen sind viele Menschen angewiesen. Doch wohin mit den sperrigen Helfern, wenn Sie in einer Mietwohnung leben?

Wohin mit der Gehhilfe?

Rechtsfrage des Tages:

Ein Hausflur ist keine Rumpelkammer. Schuhe, Kisten und Deko können im Ernstfall zur Stolperfalle werden. Für manche Dinge ist aber in der Wohnung einfach kein Platz. Dürfen Sie Rollatoren und Gehhilfen im Hausflur abstellen?


Antwort:

Rollatoren und Gehhilfen machen mobil, wenn einen eine Geh- oder Stehbehinderung einschränkt. Einen solchen Helfer aber über die Treppen in die Wohnung zu schaffen, kann zu einem unüberwindlichen Hindernis werden. Umgekehrt sind anderen Mietern die teils sperrigen Gegenstände im Hausflur ein Dorn im Auge. Nach Ansicht vieler Gerichte müssen aber sowohl Vermieter als auch Nachbarn Rollatoren und Co. im Flur dulden.

Und zwar selbst dann, wenn die Hausordnung das Abstellen jeglicher Gegenstände im Hausflur verbietet. Achten Sie aber darauf, dass die Mobilitätshilfen nicht zur Behinderung werden: Rettungs- und Fluchtwege dürfen nicht versperrt werden. Können Sie Ihren Rollator aber platzsparend im Flur parken, dürfte das erlaubt sein. Allerdings kann Ihr Vermieter verlangen, dass Sie den Rollator zusammenklappen.

Wie meistens im Mietrecht kommt es auf den Einzelfall an. Also beispielsweise auf die Größe des Flures und die Anzahl der abgestellten Gehhilfen. Ähnliches gilt übrigens für das Abstellen von Kinderwagen im Hausflur. Solange diese nicht den Zugang zu Türen, Kellertreppen oder Briefkästen verstellen, müssen Eltern sie nicht bis in ihre Wohnung schleppen.

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