Halloween: Süßes oder es gibt Saures

Spaß oder Schaden?

Heute ziehen wieder Monster und Gespenster durch die Straßen. Wer haftet, wenn aus Spaß Ernst wird?

Halloween: Süßes oder es gibt Saures

Rechtsfrage des Tages:

Heute wird es bei uns wieder gruselig zugehen. Kleine und große Hexen und Gespenster geistern durch die Halloween-Nacht. Was aber, wenn aus einem harmlosen Kinderstreich ein saftiger Schaden entsteht?

Antwort:

Längst ist der amerikanische Brauch des Halloween auch in Deutschland zur Tradition geworden. Kinder und Jugendliche ziehen verkleidet durch den Ort und fordern Süßigkeiten. Sonst gibt es Saures. Leider bleibt es manchmal nicht bei harmlosen Scherzen wie dem Verstecken eines Fußabtreters. Wird das Auto beschädigt oder der Gartenzaun zerschnitten, stellt sich die Frage nach der Haftung.
Kinder unter sieben Jahren sind nicht deliktsfähig. Das bedeutet, dass sie für selbst verursachte Schäden nicht einzustehen haben. Im Straßenverkehr liegt die Grenze sogar bei zehn Jahren. Zwischen sieben beziehungsweise zehn und 18 Jahren kommt es auf die Einsichtsfähigkeit des Kindes an. Dabei spielen das Alter, die Reife und die Art der Verfehlung eine Rolle. Beispielsweise sollte ein normal entwickelter Zehnjähriger durchaus wissen, dass durch Zündeln am Gartentor ein schwerer Brand entstehen kann.
Fehlte dem Kind nach einer Abwägung aller Faktoren die Einsichtsfähigkeit für seinen miss-lungenen Scherz, kommt eine Haftung der Eltern wegen Verletzung ihrer Aufsichtspflicht in Betracht. Dabei kommt es neben der Persönlichkeit des Kindes auch auf sein früheres Verhalten an. Hat es im letzten Jahr bereits einen erheblichen Schaden verursacht, hätten die Eltern es gegebenenfalls nicht ohne Aufsicht wieder losziehen lassen dürfen und müssen für die Schäden aufkommen. Die Rechtslage bietet hier leider keine eindeutige Regelung, sodass es letztlich immer auf den Einzelfall ankommt.

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