Scheidung mit Haustieren

Wo bleibt der Hund?

Der Hausrat ist nach einer Scheidung meist schnell aufgeteilt. Schwieriger wird es dagegen beim geliebten Haustier.

Scheidung mit Haustieren

Rechtsfrage des Tages:

Trennt sich ein Ehepaar, stehen viele Entscheidungen an. Wer zieht aus dem gemeinsamen Haus aus, wer bekommt welchen Hausrat? Und gerade um das geliebte Haustier entbrennt nicht selten ein Streit. Wem steht Hund, Katze oder Hase zu?

Antwort:

Für die meisten Menschen sind Haustiere wertvolle Familienmitglieder. Da wird die Frage nach dem Verbleib des Tieres nach einer Scheidung oft sehr emotional diskutiert. Rechtlich ist die Situation deutlich weniger gefühlvoll. Denn Tiere sind rechtlich den Sachen gleichgestellt und werden wie anderer Hausrat behandelt. Dieser wird bei einer Scheidung nach Billigkeit zwischen den ehemaligen Eheleuten aufgeteilt.
Können sich Ehepartner nach der Trennung nicht über die Verteilung des Hausrats einigen, kann das Gericht entscheiden. Dabei kommt es auf die emotionale Nähe zum Gegenstand oder auch die wirtschaftliche Situation der Beteiligten an. Bei gemeinsam angeschafften Haustieren werfen die Gerichte zusätzlich einen Blick darauf, ob ein Ehepartner überwiegend für das Tier verantwortlich war. Hat ein Ehepartner hingegen das Tier allein angeschafft oder bereits mit in die Ehe gebracht, kann es zu seinem alleinigen Eigentum gehören. Dann findet keine Aufteilung statt.
Ein gesetzliches Umgangsrecht für Haustiere gibt es übrigens nicht. Geschiedene Ehepartner können daher nicht gerichtlich den Umgang mit Ihrem tierischen Liebling einklagen. Zwar können die Tierhalter untereinander eine Vereinbarung treffen. Rechtlich durchsetzbar ist diese aber kaum. Nur in seltenen Ausnahmefällen haben Gerichte über ein Umgangsrecht entschieden (zum Beispiel Amtsgericht Bad Mergentheim, Beschluss vom 19.12.1996, Aktenzeichen 1 F 143/95).

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