Rechtsfrage des Tages:

Die Skisaison ist im vollen Gange und gute Schneeverhältnisse locken unzählige Wintersportler in die Berge. Da kann es auf der Straße auch mal eng werden. Wer hat auf Bergstraßen Vorfahrt?

 

Antwort:

Eine landläufige Meinung besagt, dass auf engen Bergstraßen grundsätzlich der bergauf fahrende Verkehrsteilnehmer Vorfahrt hat. Ganz so einfach ist die Rechtslage aber nicht. Es kommt nämlich auch darauf an, in welchem Land  Sie unterwegs sind.

In Frankreich und der Schweiz gilt tatsächlich die Grundregel, dass das bergauf fahrende Fahrzeug Vorrang hat. Können die Fahrzeuge nicht aneinander vorbeifahren, muss der bergab fahrende Pkw zurücksetzen. Etwas anderes müssen Sie aber beachten, wenn der hinauf Fahrende näher an einer Ausweichstelle ist. Dann darf er nicht auf sein Recht pochen und muss seinerseits zurücksetzen. Außerdem haben Lkw, Reisebusse und andere schwere Fahrzeuge sowohl bergauf als auch bergab Vorfahrt.

Speziell in der Schweiz müssen Sie noch auf Schilder mit einem Posthorn-Symbol achten. Auf diesen Berg-Poststraßen haben Post- und Linienbusse grundsätzlich Vorrang.

In Deutschland und Österreich gibt es für Bergstraßen keine ausdrückliche Regelung. Als bergauf Fahrender dürfen Sie also nicht meinen, ohne Wenn und Aber weiterfahren zu dürfen. Anhalten bzw. zurücksetzen muss derjenige, dem es an der Stelle leichter fällt. Sinnvoll kann es aber beispielsweise bei Glätte sein, dem hinauf fahrenden Auto den Vorrang zu gewähren. Und auch in diesen Alpenländern haben leichtere, beweglichere Fahrzeuge immer den Vorrang schwererer Fahrzeuge zu beachten.

Wichtig ist natürlich immer, vorsichtig und mit angemessener Geschwindigkeit zu fahren. Kommen Sie rechtzeitig zum Stehen, werden Sie mit dem anderen Verkehrsteilnehmer schon eine Einigung finden.

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