Rechtsfrage des Tages:

Viele selbstständig tätige Unternehmer, Handwerker oder Freiberufler sind vorsteuerabzugsberechtigt. Sie müssen nicht nur eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben. Auch im Schadenfall hat diese Berechtigung Auswirkungen auf die Regulierung. Besteht Anspruch auf Zahlung der Mehrwertsteuer (MwSt) durch den Schädiger?

 

Antwort:

Sind Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, müssen Sie im Fall eines Schadensersatzanspruchs die Mehrwertsteuer selbst zahlen. Beispielsweise bei einem unverschuldeten Unfall mit dem Firmenfahrzeug. Sowohl die Mehrwertsteuer aus der Reparaturrechnung als auch die aus der Rechnung des Sachverständigen trägt nicht der Schädiger bzw. seine Versicherung.

Ungerecht ist das aber nicht. Die Mehrwertsteuer aus allen Rechnungen rund um den Schadenfall können Sie bei Ihrer nächsten Umsatzsteuer-Voranmeldung geltend machen. Sie bekommen also diese Beträge sozusagen vom Finanzamt erstattet. Oder sie werden mit der von Ihnen abzuführenden Umsatzsteuer verrechnet. Sie stehen also nicht schlechter da als Besitzer von Privatfahrzeugen, die den gesamten Rechnungsbetrag brutto, also mit Mehrwertsteuer, ersetzt verlangen können.

Gleiches gilt übrigens auch bei einem Kaskoschaden. Während es sich im Haftpflichtbereich um einen Vorteilsausgleich handelt, liegt dem Abzug der Mehrwertsteuer im Kaskobereich die vertragliche Vereinbarung zugrunde. Aber auch in diesen Fällen können Sie die angefallene Mehrwertsteuer beim Finanzamt geltend machen.

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