Rechtsfrage des Tages:

Wir ziehen demnächst in einen anderen Stadtteil. Unser Sohn geht zur Grundschule. Eigentlich würde er gern weiter in seine jetzige Schule gehen. Muss er auf die Schule in unserem neuen Stadtteil wechseln?

 

Antwort:

Wie immer im Bereich des Schulrechts gibt es keine pauschale Antwort auf diese Frage. Da Schulrecht Sache der Länder ist, können in den jeweiligen Bundesländern unterschiedliche Regelungen gelten. In den meisten Bundesländern gilt generell, dass der Wohnort entscheidet, auf welche Schule Ihr Kind zumindest in der Grundschule geht.

Schulämter und Schulträger oder Stadt und Gemeinde legen Schulbezirke fest. Den Schulbezirken sind Adressbereiche zugeordnet, sodass sich eine klare Regelung ergibt, auf welche Schule Ihr Kind geht. Nämlich auf die Schule in dem Schulbezirk, in dem Sie wohnen. Häufig gibt es auch Schulgrenzbezirke oder Überschneidungsgebiete. Dort stehen mehrere Schulen zur Verfügung, auf die je nach Kapazität die Kinder der Bezirke verteilt werden.

Liegt Ihre neue Wohnung im gleichen Schulbezirk wie vorher, brauchen Sie der Schule Ihres Sohnes nur Ihre neue Anschrift mitzuteilen. Sonst ändert sich nichts. Wechseln Sie hingegen mit Ihrem Umzug auch den Schulbezirk, muss Ihr Kind eigentlich auch die Schule wechseln. Dafür müssen Sie es bei der neuen Schule anmelden. Vergessen Sie nicht, Ihr Kind dann auch bei der alten Schule abzumelden. Ein Schulwechsel muss aber nicht immer zwingend erfolgen.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass Ihr Kind weiterhin seine alte Schule besucht. Um dies zu erreichen, müssen Sie einen Antrag stellen, über den das Schulamt entscheidet. Die Antragsverfahren können in den verschiedenen Bundesländern recht unterschiedlich ausfallen. Voraussetzung ist allerdings gemeinhin, dass Sie einen wichtigen Grund für den Verbleib Ihres Kindes vortragen können. Außerdem muss die Schule ausreichend Kapazität zur Verfügung haben.

Als wichtiger Grund reicht übrigens meist nicht der Wunsch Ihres Kindes aus, bei seinen alten Klassenkameraden zu bleiben. Ist Ihr Kind dagegen auf eine Inklusion angewiesen und bietet die neue Schule im Gegensatz zur alten diese nicht, stehen die Chancen besser.

In manchen Bundesländern haben Sie beispielsweise auch bessere Karten, Ihr Kind an der bisherigen Schule zu lassen, wenn es bereits die dritte oder vierte Klasse besucht. Da die Verfahren insgesamt sehr unterschiedlich sind, sollten Sie sich sorgfältig informieren.

Vielleicht sprechen Sie die Klassenlehrkraft und die Schulleitung an. Von diesen können Sie Unterstützung für Ihren Antrag bekommen. Auch beim Schulamt sollten Sie nachfragen.

Übrigens: Für die weiterführenden Schulen werden i. d. R. keine Schulbezirke definiert. Auch nach einem Umzug kann Ihr Kind meist seine bisherige Schule weiterbesuchen. Wenn es das will und wenn der Schulweg zu bewältigen ist.

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