
Schon wenige Stunden nach dem Zähneputzen fängt es an: Plaque entsteht natürlicherweise auf den Zähnen und ist an sich nicht gefährlich. Doch ohne gründliche Entfernung kann der Belag nach kurzer Zeit Zahnerkrankungen verursachen. Hier erfahren Sie alles zu Entstehung, Behandlung und Vorsorge.
Das Wichtigste im Überblick:
- Plaque ist ein anfangs weicher, später harter Belag auf dem Zahn, der aus Bakterien, Speichel und Nahrungsresten besteht.
- Weiche Plaque lässt sich mit einer Zahnbürste vom Zahn entfernen. Da sich Zahnbelag besonders in schwer erreichbaren Stellen ansammelt, ist auch die Reinigung der Zahnzwischenräume wichtig.
- Speichel kann Plaque nach wenigen Tagen mineralisieren und hart werden lassen – dann entsteht Zahnstein.
Was ist Plaque?
Plaque ist ein Zahnbelag, der aus Speiseresten, Speichel und Bakterien besteht. Er bildet sich innerhalb von Stunden auf den Zähnen und kann – ohne sorgfältige Mundhygiene – Erkrankungen wie Karies und Parodontitis begünstigen. Ein kleiner Steckbrief:
- Farbe: zu Beginn unsichtbar, nach wenigen Stunden meist weiß bis gelblich; kann sich durch Kaffee, Rauchen etc. im weiteren Verlauf braun bis schwarz verfärben
- Konsistenz: anfangs weich, dann hart; harte Plaque wird auch als Zahnstein bezeichnet
- Zusammensetzung: hauptsächlich Bakterien, dazu bakterielle Stoffwechselprodukte, Speichel und Essensreste
- Vorkommen: vor allem an schwer zugänglichen Stellen, z. B. in Zahnzwischenräumen; oft auch dicht über und unter dem Zahnfleischrand
Ist Plaque gleich Zahnstein?
Genau genommen ist Plaque ein Überbegriff für viele Arten von Zahnbelag, darunter auch für den Zahnstein. Dieser stellt die harte Variante von Plaque dar: Mineralien aus dem Speichel lagern sich in der vormals weichen Plaque ein und mineralisieren sie. Dadurch wird der Belag auf den Zähnen hart.
Weitere Merkmale von Zahnstein:
- meist weiß bis gelblich
- entsteht innerhalb von wenigen Tagen, wenn die weiche Plaque nicht entfernt wird
- befällt häufig Stellen nahe der Speicheldrüsen: die Innenseite der unteren Schneidezähne und die Außenseite der oberen Backenzähne
Der Zahnstein ermöglicht die Ansiedlung von weiteren Bakterien auf den Zähnen. Besonders problematisch: Da Zahnbürste & Co. gegen harte Plaque nichts ausrichten, können sich die Bakterien darunter ungehindert vermehren. Mit der Zeit greifen sie den Zahnschmelz an.
Ist Plaque gefährlich?
Der frische Zahnbelag, der sich im Laufe eines Tages auf dem Zahn bildet, ist an sich nicht gefährlich. Problematisch wird es erst, wenn Plaque längere Zeit (mehr als 24 Stunden) nicht von den Zähnen entfernt wird. Dann fördert sie die Ansiedlung von schädlichen Bakterien und kann weitere unangenehme Folgen für den Zahn haben:
- Karies: Bakterien im Zahnbelag bilden Säure, die den Zahnschmelz beschädigt. So können Bakterien ins Zahninnere dringen und dort weitere Schäden anrichten.
- Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Bakterielle Stoffwechselprodukte reizen das Zahnfleisch und verursachen Entzündungsreaktionen.
- Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats): Als Folge einer unbehandelten Zahnfleischentzündung löst sich das Zahnfleisch vom Zahn und bildet Taschen, in denen sich vermehrt Bakterien ansiedeln. Die Entzündung weitet sich aus und greift Gewebe und Knochen an.
- Zahnverlust: Folge der Parodontitis.
Zudem können Entzündungen des Zahnfleischs weitreichende Folgen für den ganzen Körper haben. So werden unter anderem Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Zahnfleischproblemen in Verbindung gebracht.
Ist Plaque normal?
Dass sich Plaque auf den Zähnen bildet, ist völlig normal. Auch bei sehr sorgfältiger Mundhygiene entsteht Zahnbelag und sogar Zahnstein.
Wie entsteht Plaque?
Plaque entsteht durch das Zusammenspiel von Speichel, Bakterien und Nahrungsresten. Das passiert:
- Nach dem Zähneputzen oder der professionellen Zahnreinigung bildet sich ein dünner Schutzfilm auf der Zahnoberfläche. Diese Schicht ist fürs bloße Auge unsichtbar und an sich unschädlich.
- Allerdings bildet sie eine gute Grundlage für Bakterien, die sich mit der Zeit darauf ansiedeln.
- Die Bakterien vermehren sich – dazu nutzen sie vor allem Zucker aus der Nahrung. Nach und nach bilden sich weitere Bakterienschichten.
Werden die Zähne (oder Zahnzwischenräume) nicht geputzt, wächst der Plaque innerhalb von wenigen Tagen zu einer sichtbaren Schicht an.
Wie merkt man Plaque?
Plaque können Sie sowohl spüren als auch sehen. Die Zähne fühlen sich an der betroffenen Stelle für die Zunge etwas rauer an. Außerdem können Sie mitunter den weiß-gelblichen Belag im Spiegel erkennen. Frische Plaque lässt sich mit einem Fingernagel vom Zahn kratzen.
Wenn Plaque über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleibt, können in der Folge weitere Anzeichen auftreten:
- gerötetes bzw. geschwollenes Zahnfleisch
- Zahnfleischbluten beim Zähneputzen
- Mundgeruch
Darüber hinaus gibt es in der Apotheke spezielle Färbetabletten und Mundspülungen, die Zahnbelag sichtbar machen.
Tut Plaque weh?
Plaque allein verursacht keine Schmerzen. Wehtun können allerdings die Folgen von Plaque: Insbesondere eine Entzündung des Zahnfleischs kann Beschwerden verursachen, die mit Zahnschmerzen vergleichbar sind.
Was tun bei Plaque?
Durch sorgfältiges Zähneputzen können Sie weiche Plaque entfernen: Der frische Zahnbelag lässt sich in der Regel mit der Zahnbürste und Zahnseide oder einem Interdentalbürstchen gut ablösen. Bei harter Plaque oder Zahnstein hilft hingegen nur eine professionelle Entfernung bzw. Zahnreinigung.
Wie wird Plaque behandelt?
Zahnärzte entfernen Plaque mechanisch von der Zahnoberfläche. Für diese Behandlung haben sie verschiedene Methoden und Hilfsmittel, unter anderem:
- manuelle Zahnarztinstrumente (sogenannte Scaler und Küretten), mit denen sich Plaque an den Wurzeloberflächen unter dem Zahnfleisch entfernen lässt
- Ultraschall, der dickere Plaqueschichten durch Vibrationen entfernt
- Pulverstrahl-Verfahren, bei dem eine Mischung aus Wasser, Druckluft und Polierpulver den Zahnbelag ablöst
Muss man mit Plaque zum Zahnarzt?
Unbehandelte Plaque kann langfristig Erkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündung und Parodontitis verursachen. Daher sollten Sie regelmäßig zum Zahnarzt gehen und die Plaque entfernen lassen.
Generell gilt: Weiche Plaque können Sie selbst mit Zahnbürste & Co. entfernen. Wenn aus der Plaque hingegen bereits Zahnstein geworden ist, sollten Sie eine Zahnarztpraxis aufsuchen. Harte Plaque muss professionell entfernt werden, um den Zahnschmelz nicht zu beschädigen.
Die Kosten für die Entfernung von Plaque werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Viele Krankenkassen bezuschussen zudem die (vorbeugende) professionelle Zahnreinigung. Für diese Vorsorgebehandlung entstehen in der Regel Zahnarztkosten zwischen 90 und 120 €.
Wie kann man Plaque vorbeugen?
Die beste Vorbeugung gegen Plaque ist eine gründliche Zahnhygiene. Denn im frühen, weichen Stadium lässt sich Plaque gut mit der Zahnbürste oder Zahnseide entfernen. Empfohlen wird:
- 2 x pro Tag Zähne putzen, dabei auf die richtige Zahnputztechnik achten
- Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen reinigen
- auch die Zunge reinigen, um die Vermehrung von schädlichen Bakterien einzudämmen
- fluoridhaltige Zahnpasta verwenden (verbessert die Resistenz gegen Säure)
- etwa alle 2 bis 3 Monate die Zahnbürste austauschen, da die Borsten mit der Zeit weich werden und der Reinigungseffekt nachlässt
- ggf. antibakterielle Mundspülung verwenden
- nach Möglichkeit auf zucker- und stärkehaltige Nahrungsmittel verzichten
- mindestens 1 x pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch nehmen
Hinweis: Eine mechanische Reinigung ist auch bei weicher Plaque unerlässlich; Mundspülungen allein können Plaque nicht auflösen.
Stand: 19.03.2025

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