Mit dem Aussaatkalender zum Ernteerfolg

Auch neben der Aussaat im Frühjahr und der Ernte im Herbst gibt es im Garten viel zu tun:

Mit dem Aussaatkalender zum Ernteerfolg

Beete müssen umgegraben und vorbereitet werden. Die Aussaat wird geplant. Der Garten muss winterfest gemacht werden. Um sich die Gartenarbeit zu erleichtern, brauchen Sie einen Überblick über anstehende Aufgaben. Ein Garten- bzw. Aussaatkalender hilft bei der Orientierung. Eine zusätzliche Übersicht über günstige Pflanzenkombinationen – sogenannte „gute Nachbarn“ – steigert die Chancen auf eine reiche Ernte.

In diesem Artikel erfahren Sie, dass

  • die Haupterntezeit zwar im Spätsommer und Herbst liegt, aber auch im Winter noch zahlreiche Gemüsesorten erntereif werden.
  • Sie einige Pflanzenarten vor der Pflanzung im Freien bereits auf dem Fensterbrett vorziehen sollten.
  • Pflanzen in Mischkulturen die Nährstoffe besser nutzen können und weniger anfällig für Schädlinge sind.

Das Gartenjahr planen – Garten- und Aussaatkalender

Wenn Sie einen Gemüsegarten zum Eigenverbrauch anlegen möchten, müssen Sie jedes Gemüse zur richtigen Zeit säen oder pflanzen. Aber auch wenn Sie sich lieber an einem Blumenmeer erfreuen wollen, sind die richtigen Aussaatzeiten ausschlaggebend. Dabei hilft eine Übersicht wie ein Aussaatkalender bei der Orientierung. Er steigert die Chancen auf eine erfolgreiche Ernte. Hier bekommen Sie einen Überblick, welche Gartenarbeiten Sie zu welchem Zeitpunkt erledigen sollten.

Frühling – Planung und Aussaat

Sobald die Wintertage überstanden sind und die ersten warmen Sonnenstrahlen die Erde berühren, beginnt das Gartenjahr. Überprüfen Sie, welche Pflanzen die kalten Monate überlebt haben und welche entfernt werden müssen. Mit folgenden Aufgaben läuten Sie das Gartenjahr ein:

  • Beete umgraben oder mit einem Sauzahn auflockern
  • Beete von Unkraut befreien
  • Boden düngen (auf Nährstoffgehalt und pH-Wert achten)
  • Stauden und Baumkronen zurückschneiden
  • Möglichen Schädlingsbefall behandeln
  • Steine aus den Beeten entfernen

Im März können Sie mit der Aussaat beginnen. Einige Pflanzen sind robust genug, um direkt im Freien gesät zu werden. Dazu zählen z. B. Kornblumen, Ringelblumen und Schleierkraut. Andere Pflanzen wie Sonnenblumen benötigen eine gewisse Vorkeimzeit, bis sie als Setzlinge ins Beet gepflanzt werden können. Das gilt auch für viele Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Kohl.

Zur Erwärmung des Bodens können Sie einen Folientunnel benutzen. So lassen sich auch empfindlichere Pflanzen wie Spinat anbauen. Ab April können Sie dann Gemüsesorten wie Karotten und Rüben auch im Freien aussäen. Vorgezogene Setzlinge von Kohlköpfen oder Brokkoli sowie vorgekeimte Kartoffeln können sie dann ebenfalls einpflanzen. Mais oder Bohnen können Sie ab Mai im Freien aussäen. Eine nützliche Übersicht über die optimalen Aussaatzeiten bietet ein Aussaatkalender.

Nach dem letzten Frost können Sie die Rasenflächen zum ersten Mal mähen. Weist Ihr Rasen viele lichte oder gelbliche Stellen auf, sollten Sie die Grasnarbe zur besseren Belüftung des Bodens anritzen. Auch der Einsatz von Langzeitdünger kann einen gesunden Rasen fördern. Sind einige Stellen völlig kahl, säen Sie im Frühjahr neue Grassamen aus.

Schneiden Sie Stauden zurück, wenn diese bereits im Frühjahr recht groß sind. Damit verhindern Sie, dass sich die Gewächse gegenseitig Platz und Licht stehlen. Auch mehrjährige Kräuter können Sie bei trockenem Boden stutzen. Laubhölzer sollten Sie in den Frühlingsmonaten zurückschneiden. Aber kürzen Sie dabei nicht zu stark, damit Sie Knospen und Triebe nicht beschädigen. Hecken und dichte Baumkronen dagegen sollten Sie erst im Sommer beschneiden, um brütende Vögel nicht zu stören.

Achten Sie bei der Gartenarbeit stets auf Ihre Sicherheit: Nutzen Sie feste, gut gesicherte Leitern, um an Baumkronen zu gelangen. Seien Sie im Umgang mit Gartenwerkzeug vorsichtig. Bei schweren Arbeiten bitten Sie am besten jemanden um Unterstützung.

Aussaatkalender – Gärtner sät Bohnensamen aus

Sommer – Bewässerung und Pflege

Die Sommermonate dienen zwar allgemein der Erholung, sind für Gärtner aber auch arbeitsreich. Eine Langzeitaufgabe im Sommer ist die Bewässerung. Sammeln Sie dazu Regenwasser in Tonnen. Nutzen Sie wenn möglich wenig frisches Trinkwasser. So sparen Sie Geld und schonen gleichzeitig die Umwelt. Ein weiterer Vorteil: Verglichen mit Leitungswasser ist Regenwasser eher kalkarm und damit gesünder für Pflanzen.

Kontrollieren Sie im Sommer, ob bestimmte Pflanzen verschnitten werden sollten – falls das im Frühling noch nicht geschehen ist. Vor allem Hecken und Zierhölzer müssen in den Sommermonaten gepflegt werden. Auch für die Bekämpfung möglicher Schädlinge sollten Sie Zeit einplanen, um später eine ertragreiche Ernte bzw. blühende Beete genießen zu können.

Im Sommer können Blumenbeete erneut bepflanzt werden, sobald die Zeit der Frühblüher verstrichen ist. Weitere wichtige Aufgaben im Sommer sind:

  • Tägliche Bewässerung
  • Schädlings- und Unkrautbekämpfung
  • Ernte und erneute Aussaat
  • Vorbereitung der Kompostierung

Schattigere Orte im Garten bieten sich beispielsweise für die Aussaat von Salat an. Sonnige Bereiche sollten Sie für Mangold, Grünkohl oder Spinat nutzen. Im Juni können noch immer Setzlinge von verschiedenen Kohlarten, Brokkoli und Kohlrabi eingepflanzt werden. Über die Monate Juni bis August hinweg können Sie dann bereits regelmäßig:

  • Kirschen, Pflaumen und Beeren pflücken
  • Erbsen, Bohnen, Zwiebeln und Knoblauch ernten
  • Schnell wachsende Salat- oder Rübensorten nachpflanzen

Obwohl Sie in den warmen Monaten viel Zeit mit der Pflege Ihres Gartens verbringen, können Sie sich auch über die erste Ernte freuen. Frühkartoffeln können schon im Juli geerntet werden. Ab August werden immer mehr Gemüsesorten reif:z. B. einige Kürbissorten, Paprika, Mais und Tomaten.

Achtung: Planen Sie bei der Gartenarbeit im Sommer regelmäßige Pausen ein und arbeiten Sie nicht in der direkten Mittagssonne.
Achtung: Planen Sie bei der Gartenarbeit im Sommer regelmäßige Pausen ein und arbeiten Sie nicht in der direkten Mittagssonne.

Herbst und Winter – Ernte und Vorbereitung

Im Herbst sollten Sie sowohl Obstbäume als auch Beete langsam abernten. Im September und Oktober reifen Äpfel, Birnen, Trauben, Quitten und sowie Salat, Rüben, Kohl- und Wurzelgemüse. Auch die eigentliche Kartoffelernte beginnt im Herbst. Empfindliche Topfpflanzen, die noch nicht abgeblüht sind, sollten Sie vor dem ersten Kälteeinbruch nach drinnen holen. Kräuter wie Petersilie, Dill oder Schnittlauch können Sie weiterhin auf der Fensterbank heranziehen. Andere Kräuter wie Thymian, Salbei oder Rosmarin sind generell winterhart. Schützen Sie sie trotzdem vor Wind und Regen.

Treffen Sie im Herbst außerdem die Vorbereitungen für den anstehenden Winter und das folgende Gartenjahr:

  • Fallobst aufsammeln
  • Rasen vom Laub befreien
  • Gehölze wie Obstbäume zurückschneiden
  • Unkraut jäten
  • Beete umgraben oder mit einem Sauzahn auflockern
  • Boden mulchen und Gründüngung untergraben

Abgeerntete Beete benötigen frische Nährstoffe, wenn sie im folgenden Jahr neu bepflanzt werden sollen. Viele Gärtner setzen dabei auf Gründüngung durch die Aussaat von Pflanzenarten wie Wicken, Lupinen oder Klee. Die schnell wachsenden Pflanzen bedecken den Boden und lockern mit ihren Wurzeln die Erde auf. Nach einigen Wochen können Sie die Pflanzen entweder in das Beet unterpflügen oder als Mulchschicht liegenlassen. Die Grünmasse wird in Humus umgewandelt und der Boden ist erneut fruchtbar.

Damit die Rasenfläche Ihres Gartens ausreichend durchlüftet wird, harken Sie das heruntergefallene Laub zusammen. Damit verhindern Sie, dass der Rasen bei feuchtem Wetter unter dem Laub fault. Eingesammeltes Laub können Sie kompostieren und später als Humus wieder ins Beet einarbeiten. Oder Sie legen das Laub locker auf Ihr Beet, um es vor Frost zu schützen. Dafür muss allerdings der Baum, von dem das Laub stammt, gesund und ohne Schädlings- oder Pilzbefall sein.

Wichtig: Bewegen Sie ab November Reisig- und Laubhaufen nicht mehr. Denn einige Tiere haben zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Winterruhe begonnen.
Wichtig: Bewegen Sie ab November Reisig- und Laubhaufen nicht mehr. Denn einige Tiere haben zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Winterruhe begonnen.

Mit dem Herbst geht die Haupterntezeit im Garten vorbei. Auf einige Wintergemüse können Sie sich jedoch in den kalten Monaten noch freuen:

  • Rot- und Weißkohl
  • Grünkohl
  • Blumenkohl
  • Kohlrüben
  • Schwarzwurzeln
  • Lauch
  • Kohlrabi

Rüsten Sie nun Ihren Garten für den Winter: Decken Sie den Komposthaufen mit einer Plane ab, da zu viel Nässe zu Fäulnis führen kann. Frisch aufgesetzter Kompost sollte nur mit einer dicken Laubschicht abgedeckt werden, denn er benötigt noch mehr Feuchtigkeit. Leeren Sie außerdem die Wasserleitung im Garten und legen Sie sie für den Winter still. Sonst besteht die Gefahr, dass die Rohre bei Frost platzen.

Nach der Ernte der späten Gemüsesorten können Sie im Winter bereits das kommende Gartenjahr planen. Verschaffen Sie sich mit einem Aussaatkalender einen Überblick darüber, wann Sie welche Pflanzen am besten aussäen.

Gemüsegarten – Gärtnerin hält einen Korb voll Gemüse

Mischkulturen – Abwechslung im Beet

In jeder Reihe dieselben Kohlköpfe – das ist nicht nur für das Auge langweilig. Auch Böden werden so schnell ermüdet. Denn Monokulturen mit dem immer gleichen Nährstoffbedarf belasten den Boden einseitig und laugen ihn aus. Das kann zu dauerhaften Schäden führen. Wenn Sie dagegen Gemüse, Kräuter und Blumen in Mischkulturen anlegen, bringt das viele Vorteile mit sich. Dazu zählen:

  • Geringe Anfälligkeit für Schädlinge
  • Bessere Nutzung der Nährstoffe im Boden
  • Schutz vor Erosion durch ein größeres Wurzelgeflecht
  • Schutz vor Austrocknung durch Beschattung
  • Platzausnutzung im Beet

Achten Sie allerdings darauf, dass die Pflanzen beim Wachstum oder bei den Nährstoffen nicht in Konkurrenz geraten. Welche Pflanzenkombinationen besonders günstig sind, sehen Sie in der Übersicht. Diese gängigen Pflanzen eignen sich als „Nachbarn“ im Beet:

Pflanze Mögliche Kombination mit:
Blumenkohl Erbsen, Gurken, Rote Bete, Sellerie, Spinat
Bohnen Erdbeeren, Rhabarber, Gurken, Kartoffeln, Kohl, Rettich
Erbsen Fenchel, Gurken, Kohl, Möhren, Rettich, Zucchini
Gurken Bohnen, Erbsen, Fenchel, Kohl, Lauch, Zwiebeln
Kartoffeln Kohlrabi, Spinat
Karotten Erbsen, Radieschen, Rettich, Tomaten, Zwiebeln
Salat Bohnen, Erbsen, Kohl, Kohlrabi, Karotten, Schwarzwurzeln, Tomaten, Zwiebeln
Sellerie Bohnen, Gurken, Kohl, Kohlrabi, Tomaten
Spinat Erdbeeren, Rhabarber, Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Rettich, Tomaten
Tomaten Bohnen, Kohl, Kohlrabi, Paprika, Petersilie, Salat, Sellerie, Spinat, Zucchini
Zucchini Bohnen, Erbsen, Tomaten, Zwiebeln

Generell bieten sich Kombinationen aus Flach-, Mittel- und Tiefwurzlern an. So nutzen Sie den vorhandenen Platz bestmöglich aus. Zudem sollten Sie Pflanzen aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien anbauen, um die Nährstoffe im Boden möglichst sinnvoll zu nutzen. Denn der Nährstoffbedarf der Pflanzen unterscheidet sich je nach Art. Gemüsesorten mit vielen oder großen Blättern benötigen viel Stickstoff. Stämme und Stängel brauchen hingegen eher Kalium. Sollen die Pflanzen möglichst große Früchte ausbilden, hilft Phosphor beim Gedeihen.

Fazit

Gehen Sie bei der Vorbereitung eines neuen Gartenjahrs planvoll vor: Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, welche Aufgaben zu welchem Zeitpunkt am besten zu erledigen sind. Um nicht die Übersicht zu verlieren, ist ein Aussaatkalender nützlich. Wenn Sie Abwechslung in Ihre Beete bringen wollen, sind Mischkulturen ein guter Weg. Im besten Fall können Sie mit den richtigen Pflanzenkombinationen sowohl den Wurzelraum als auch das Nährstoffangebot des Beetes optimal ausnutzen.