Was ändert sich 2020…

… für Arbeitnehmer und Gewerbe?

Was ändert sich für Arbeitnehmer 2020? Und worauf muss sich das Gewerbe einstellen?

Was ändert sich 2020…

Arbeitnehmer

Mindestlohn steigt
Der gesetzliche Mindestlohn erhöht sich auf 9,35 € pro Stunde. Dadurch dürfen sich viele Arbeitnehmer auf ein Plus in ihrer Lohntüte freuen. Aber Achtung: Die Arbeitszeit für Minijobber kann sich dadurch verringern.

Mindestlohn für Azubis

Auszubildende in tariflich nicht gebundenen Betrieben erhalten ab 2020 eine Mindestvergütung von 515 € im ersten Lehrjahr. In den folgenden Jahren soll die Vergütung weiter steigen. Sieht ein Tarifvertrag einen niedrigeren Lohn vor, soll dieser weitergezahlt werden.

Ausbildung in Teilzeit
Eine Ausbildung in Teilzeit soll nun auch Geflüchteten, Lernbeeinträchtigten und Menschen mit einer Behinderung möglich sein. Der Ausbildungsbetrieb muss aber zustimmen.

Abschied vom „gelben Schein“
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sollen Ärzte künftig digital an die Krankenkasse und den Arbeitgeber übermitteln. Die schriftliche Bescheinigung soll wegfallen.

Verpflegungspauschale und mehr Geld für Kraftfahrer
Wer mehr als 8 Stunden auswärts arbeitet, kann künftig 14 € pro Tag als Werbungskosten absetzen. Kraftfahrer, die im Fahrzeug übernachten, können pauschal 8 € pro Tag steuerlich geltend machen.

Steuervorteil für E-Autos
Dürfen Sie Ihr Elektro-Firmenfahrzeug auch privat nutzen? Bestimmte Fahrzeuge müssen Sie nur noch mit 0,25 % des Bruttolistenpreises versteuern. Für andere E-Fahrzeuge werden 0,5 % als geldwerter Vorteil steuerlich fällig.

Dienstfahrräder bleiben steuerfrei
Bis Ende 2030 dürfen Sie steuerfrei mit dem vom Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt überlassenen Fahrrad radeln. Allerdings darf das Fahrrad nicht kennzeichenpflichtig sein.

Pauschalbesteuerung für Jobtickets
Erhalten Sie zusätzlich zum Gehalt eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr, bleibt diese steuerfrei. Finanzieren Sie Ihr Jobticket hingegen von Ihrem Gehalt, können Sie es mit maximal 25 % pauschal versteuern. Sozialabgaben fallen nicht an. Und die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer Arbeitsweg können Sie absetzen.

Gewerbe

Neue Kleinunternehmergrenze
Kleinunternehmer können sich von der Pflicht zur Ausweisung der Umsatzsteuer befreien lassen. Die Grenze wurde von 17.500 € Jahresumsatz vor Steuer auf 22.000 € angehoben.

Fehlerhafte Kassenführung wird teuer
Die Bußgelder für ungenügende Kassenführung steigen auf bis zu 25.000 €. Bisher lag die Obergrenze bei 5.000 €.

Meldeverfahren jetzt auch divers

Arbeitgeber haben künftig die Möglichkeit, im Meldeverfahren zur Sozialversicherung das dritte Geschlecht mit dem Kennzeichen „D“ für divers anzugeben. In Stellenausschreibungen ist diese Angabe schon seit Längerem verpflichtend.

Teilzeit: Textform reicht aus

Für Entscheidungen des Arbeitgebers über einen Teilzeitwunsch des Arbeitnehmers reicht ab 2020 eine Mitteilung in Textform aus, z. B. per E-Mail. Bisher war ein unterschriebenes Schriftstück nötig.

Knöllchen aus dem Ausland

Künftig können Buß- oder Verwarnungsgelder aus dem Ausland nicht mehr als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Damit gilt dieselbe Regelung wie für Zinsen auf hinterzogene Steuern.

Meisterpflicht ist zurück
In insgesamt 12 Handwerksberufen wurde die Meisterpflicht als Voraussetzung für die Selbstständigkeit wieder eingeführt. Diese gilt z. B. für Drechsler, Fliesenleger und Raumausstatter.

Aufbewahrungsfrist für Altcomputer

Alte Computer mit steuerlich relevanten Daten mussten Unternehmer bisher 10 Jahre lang aufbewahren. Diese Frist verkürzt sich auf 5 Jahre. Danach reicht es, die Daten auf einem Datenträger zu speichern und aufzubewahren.

Digitaler Meldeschein für Hotels kommt
Beherbergungsbetriebe dürfen künftig das elektronische Meldeverfahren nutzen. Auf die Meldescheine aus Papier dürfen sie verzichten. Zur Identifikation der Gäste können sie beispielsweise den elektronischen Personalausweis nutzen.

E-Lieferfahrzeuge
Die Kosten für rein elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge können im selben Jahr zusätzlich zur Abschreibung für die Abnutzung mit 50 % abgeschrieben werden. Diese Sonderabschreibung gilt bis 2030.

P2B-Verordnung für Fairness im Onlinehandel

Die Europäische Platform-to-Business-Verordnung gilt ab Mitte 2020 verpflichtend. Enthalten sind u. a. Regeln zur Transparenz für einen gerechten Wettbewerb und zum Ranking.

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