Im Sog der Emotionen

Wie es auch ausfällt, es sorgt immer für heftige Emotionen: das Schulzeugnis.

Die "zusammenfassende urkundliche Beurteilung des Leistungsstands eines Schülers" gibt nämlich selten Grund zu ungeteilter Zufriedenheit. Und oft Anlass zu Streit, Ärger und manchmal auch gefährlichen Kurzschlussreaktionen.

Zeugnisarten

Zwischenzeugnis

Beim Zwischenzeugnis handelt es sich um eine Dokumentation aller Leistungen je Unterrichtsfach sowie Fähigkeiten, Verhalten und Mitarbeit. Die Beurteilung bezieht sich auf das vergangene Halbjahr. Dieser Zwischenstand kann einen Vermerk über eine eventuell bestehende Versetzungsgefahr mit dem Hinweis zu verstärkter Mehrarbeit enthalten, um das Klassenziel doch noch zu erreichen.

Jahreszeugnis

Es dokumentiert alle Leistungen je Unterrichtsfach sowie das Verhalten und die Mitarbeit und bezieht sich auf das vergangene Schuljahr. Das Jahreszeugnis enthält den Vermerk über die Versetzung oder Nichtversetzung.

Abschlusszeugnis

Es handelt sich um das Zeugnis am Ende einer jeden Schullaufbahn. Beispiele sind das Abschlusszeugnis der Haupt- oder Realschule oder das Abiturzeugnis (Nachweis über die Allgemeine Hochschulreife).

Anfechtung von Zeugnissen

Es ist schwierig, aber durchaus möglich, Zeugnisse oder darin dokumentierte Bewertungen gerichtlich anzufechten. Wie das geht, erfährst du hier.

Leistungsbewertungen sind pädagogische Ermessensentscheidungen, die gerichtlich nur schwer überprüfbar ist. Es sei denn, dass Prüfungsverfahren beispielsweise im Hinblick auf Gleichbehandlung zu beanstanden sind. Weitere Informationen gibt es hier.

Versetzung gefährdet

Der Grund eines schulischen Leistungsabfalls sollte schnellstens geklärt werden Nicht immer liegt es an kindlicher Faulheit oder mangelnder Auffassungsgabe, sondern beispielsweise an pubertär-persönlichen Schwierigkeiten. Schulischer Überforderung kann durch einen Wechsel in eine andere Schulform wirksam und oft mit nachhaltigem Erfolg begegnet werden. Bleibt die Versetzung in der Schwebe, werden Schüler und Eltern durch einen sogenannten "blauen Brief" darauf aufmerksam gemacht.

Sorgentelefon – die Nummer bei Kummer

Das Wichtigste zuerst: Kein noch so schlechtes Zeugnis ist es wert, von daheim wegzulaufen, sich selbst aufzugeben oder – noch schlimmer – sich etwas antun zu wollen!

Wer daheim wegen verbesserungswürdigen Zensuren mit heftigen Vorwürfen und sogar Liebesentzug rechnen muss, braucht sofort einen verständnisvollen und kompetenten Partner zum Reden und zur Stärkung des Nervenkostüms.

Zu den Zeugnisterminen haben viele Hilfsorganisationen (u. a. Familienberatungsstellen, Jugendamt, Kinderschutzzentren) Kummertelefone eingerichtet, bei denen Schüler Unterstützung erhalten, die sie bei ihren Eltern nicht vermuten oder auch nicht bekommen.

Tipp: Lernprobleme solltest du rechtzeitig in der Schule besprechen. So kann bei Bedarf Hilfe durch den schulpsychologischen Dienst oder durch außerschulische Ansprechpartner vermittelt werden.
Tipp: Lernprobleme solltest du rechtzeitig in der Schule besprechen. So kann bei Bedarf Hilfe durch den schulpsychologischen Dienst oder durch außerschulische Ansprechpartner vermittelt werden.

Hilfe und Unterstützung bei Lernproblemen

Hast du Probleme mit den Hausaufgaben oder tust du dich sonst schwer in der Schule, kannst du dich an folgende Stellen wenden:

Schulpsychologische Beratungsstellen

Lernförderung

Studienkreis

Bundesweite Telefonberatungsstellen

Der Bundeselternrat
Bernauer Straße 100
16515 Oranienburg
Tel. 03301 / 575537
Fax 03301 / 575539

Die Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche
Tel. 0800 / 111 03 33 (gebührenfrei), Mo.–Fr. 14.30–19.30 Uhr

Das Elterntelefon
Tel. 0800 / 111 05 50 (gebührenfrei), Mo. + Mi. 9–11 Uhr und Di. + Do. 17–19 Uhr

Der Kindernetzwerk e.V.
Tel. 06021 / 12030

Die Kinderschutzzentren
Tel. 0800 / 111 04 44 (gebührenfrei)

Die Telefonseelsorge der katholischen und katholischen und evangelischen Kirche
Tel. 0800 / 111 02 22 (katholisch) oder 0800 / 111 01 11 und 0800 / 111 02 22 (jeweils gebührenfrei)

Teens on Phone, eine Initiative des Münchner Kinderschutzbunds. Dort werden Jugendliche von Jugendlichen beraten unter 0800 / 111 0 333, Sa. 15–19 Uhr

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